Aktualisiert Q3 2026 von CT Acquisitions.
Nachfolger für Unternehmen gesucht: der DACH-Leitfaden 2026 für Inhaber
Wenn Sie diese Seite aufgerufen haben, weil ein Nachfolger für Unternehmen gesucht wird, und weil Sie nach 20 oder 30 Jahren an der Spitze Ihres Betriebs eine belastbare Übergabe planen, sind Sie in guter Gesellschaft. Der KfW Nachfolge-Monitor 2024 beziffert allein für Deutschland 560.000 Mittelständler mit Nachfolgebedarf bis Ende 2027, davon 190.000 ohne belastbare Lösung. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie der DACH-Markt für Nachfolgeregelungen 2026 wirklich funktioniert: welche Käufergruppen aktiv nach Übernahmezielen suchen, welche EBITDA-Multiples gezahlt werden, was ein Berater kostet, wie die Notarielle Beurkundung nach § 15 GmbHG praktisch abläuft und welche steuerlichen Weichen fünf bis sieben Jahre vor dem Signing gestellt werden müssen. Er ersetzt keine individuelle Beratung, gibt Ihnen aber eine belastbare Landkarte.
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Das Wichtigste in Kürze
- Wer 2026 einen Nachfolger für ein Unternehmen sucht, konkurriert laut KfW mit 190.000 KMU ohne Lösung, trifft aber jährlich auf rund 42.000 realisierte Übergaben aus reinen Altersgründen.
- DACH-EBITDA-Multiples liegen 2025 zwischen 4,5x im Micro-Cap-Handwerk und 9,5x im Upper LMM mit 10 bis 20 Millionen Euro EBITDA (Argos Wityu H2 2025, FINANCE M&A Panel Q4 2025).
- Ein professioneller Verkaufsprozess dauert im DACH-LMM 6 bis 9 Monate bis Signing plus 4 bis 12 Wochen bis Closing (EY M&A Barometer H1 2025).
- Notarielle Beurkundung nach § 15 GmbHG kostet bei 10 Millionen Euro Kaufpreis rund 26.000 bis 35.000 Euro Notargebühren nach GNotKG.
- Die effektive Steuerbelastung beim GmbH-Anteilsverkauf liegt im Privatvermögen bei rund 28,5 Prozent nach Teileinkünfteverfahren, über eine Holding nach § 8b KStG bei etwa 1,5 Prozent.
- Der BAFA-Zuschuss “Förderung unternehmerischen Know-hows” deckt bis zu 3.500 Euro je Beratung, kumulierbar bis dreifach; IHK-Erstberatung ist bundesweit kostenfrei.
- Aktivste DACH-LMM-Sponsor-Käufer sind Auctus Capital, Ufenau, Halder, Waterland, Nord Holding, Findos und DBAG; strategische Käufer machen 58 Prozent aller DACH-Deals aus (Merger Market DACH 2024).
Was heißt “Nachfolger für Unternehmen gesucht” im DACH-Markt 2026 konkret?
Die Phrase beschreibt zwei Suchbewegungen: einen Inhaber, der abgibt, und einen Käufer, der übernimmt. Laut IfM Bonn Nachfolgeforschung 2024 stehen bis 2027 rund 125.000 Übergaben aus reinen Altersgründen an, also etwa 42.000 pro Jahr. Externe Nachfolge macht 54 Prozent aus, familieninterne oder MBO 46 Prozent, Tendenz seit 2010 deutlich in Richtung externer Verkauf.
Für einen Inhaber, der einen Nachfolger sucht, bedeutet das zunächst eine gute Nachricht: Der Markt ist deutlich flüssiger als noch vor zehn Jahren. Nach der IfM-Bonn-Zeitreihe lag die interne Übergabequote 2010 noch bei 62 Prozent, ist bis 2024 auf 46 Prozent gefallen. Der Anteil externer Käufer, insbesondere Financial Sponsors und Search Funds nach US-Vorbild, ist strukturell gewachsen. In Österreich zeichnen sich laut WKO Nachfolge-Report 2024 51.500 Übergabefälle bis 2029 ab, davon rund 41.500 mit konkretem Nachfolgebedarf. In der Schweiz nennt die Bisnode-Nachfolgestudie 2024 91.000 KMU, das sind 16 Prozent aller Schweizer Firmen mit Nachfolge als Kernthema in den kommenden fünf Jahren.
Praktisch heißt das: Ein Inhaber, der heute einen Nachfolger sucht, hat drei realistische Kanäle. Erstens die öffentliche Anzeige über Nachfolgebörsen wie nexxt-change oder DUB.de. Zweitens die kuratierte Ansprache über einen M&A-Berater mit strukturiertem Long-List-Prozess. Drittens die stille Direktansprache eines strategischen Wettbewerbers, häufig über eine Nachfolgeberatung vermittelt. Welcher Weg passt, hängt von Größe, Vertraulichkeitsbedarf und Zielkäufer ab.
Wie funktioniert die Nachfolger-Suche im DACH-Raum 2026 methodisch?
Ein strukturierter Prozess folgt sechs Phasen: Vorbereitung 6 bis 10 Wochen, Marktansprache 3 bis 4 Wochen, indikative Angebote 4 Wochen, Due Diligence 6 bis 10 Wochen, verbindliche Angebote 2 bis 3 Wochen, Verhandlung und Signing 3 bis 6 Wochen. Bei bilateraler Ansprache verkürzt sich das oft auf 3 bis 5 Monate, laut EY M&A Barometer H1 2025.
Die Vorbereitung ist der wichtigste Werttreiber. Ein Käufer bewertet, was er sieht, nicht was Sie im Kopf haben. Dazu gehören eine bereinigte EBITDA-Darstellung (Add-Backs für Sondereffekte, Inhabergehalt, private Kostenanteile), eine geordnete Steuerhistorie, eine dokumentierte Kunden- und Lieferantenkonzentration, ein Management-Team, das über Ihren Abgang hinaus bleibt, sowie eine sauber geführte Verträge- und IP-Landschaft. In einem klassischen Auktionsprozess gehen ein Teaser (anonymisiert, ein bis zwei Seiten) und ein Information Memorandum (IM, 40 bis 80 Seiten) an einen sorgfältig kuratierten Long-List-Kreis von 30 bis 80 Adressen.
Nach Rückmeldung und NDA erhalten qualifizierte Interessenten Zugang zum Datenraum und geben eine indikative Kaufpreisspanne mit Term Sheet ab. Aus dem Feld werden vier bis acht Bieter für die Due-Diligence-Phase zugelassen, aus denen später zwei bis drei verbindliche Angebote hervorgehen. Diese Struktur ist im DACH-Raum bei Sponsor-Deals seit rund einem Jahrzehnt Standard und wird von Banken und Boutiquen wie Lincoln International oder Oaklins in ähnlicher Form gefahren.
Welche EBITDA-Multiples werden 2026 im DACH-Mittelstand gezahlt?
Nach Argos Wityu Index H2 2025 und FINANCE M&A Panel Q4 2025 liegen Mediane bei 4,5 bis 5,5x im Micro-Cap-Segment, 6,0 bis 7,5x im klassischen Mittelstand mit 3 bis 10 Millionen Euro EBITDA und 7,5 bis 9,5x im Upper LMM mit 10 bis 20 Millionen Euro EBITDA. Software-Assets liegen 2 bis 4x höher.
Die folgende Tabelle fasst die Bandbreiten nach EBITDA-Segment zusammen. Die Bandbreite spiegelt das 25- bis 75-Prozent-Quantil, also den mittleren Marktbereich. Ausreißer nach oben (strategischer Käufer, seltene Zielgruppe) und unten (Distressed, hohe Inhaberabhängigkeit) fallen außerhalb.
| EBITDA-Bandbreite | Segment | Median EV/EBITDA 2025 | Bandbreite (25 bis 75 %) |
|---|---|---|---|
| €1 bis 3 Mio. | Micro-Cap, Handwerk, Nischen-KMU | 4,5x bis 5,5x | 3,5x bis 6,5x |
| €3 bis 10 Mio. | Klassischer Mittelstand, LMM | 6,0x bis 7,5x | 5,0x bis 9,0x |
| €10 bis 20 Mio. | Upper LMM | 7,5x bis 9,5x | 6,5x bis 11,0x |
| €20 bis 100 Mio. | Mid Market | 9,0x bis 11,0x | 8,0x bis 13,5x |
Sektor-Premiums sind erheblich. Software-Firmen mit wiederkehrenden Umsätzen (SaaS, MSP-Modelle) handeln laut DUB Multiples-Report 2025 2 bis 4x über dem Basisbereich, teilweise als Umsatzmultiple, wenn das ARR-Modell tragfähig ist. MedTech und Pharma-Zulieferer erreichen +1,5 bis 2,5x, Spezialmaschinenbau und Erneuerbare Energien +1 bis 2x. Handwerksbetriebe im SHK- oder Elektrobereich liegen bei 5,0x bis 7,0x, mit einem zusätzlichen Multiple-Punkt, wenn wiederkehrende Wartungsumsätze über 30 Prozent des Umsatzes ausmachen. Ein zyklischer Maschinenbauer wird tendenziell 0,5 bis 1x unter dem Segmentmedian gehandelt, ein Distressed-Kandidat bei 3,0 bis 4,5x. Für eine detaillierte Bewertungsherleitung ist unsere Seite Firma verkaufen und Wert ermitteln der richtige nächste Schritt.
Welche Private-Equity-Plattformen kaufen aktuell Nachfolge-Unternehmen im DACH-Raum?
Im LMM-Segment mit €5 bis 200 Millionen Enterprise Value sind laut BVK-Statistik 2024 und Merger-Market-Deal-Historie besonders aktiv: Auctus Capital Partners (München), Ufenau Capital Partners (Pfäffikon SZ), Halder, Nord Holding, Findos Investor, Waterland Private Equity, DBAG, Afinum, capiton, Emeram, Odewald KMU und Bencis.
Die deutsche Landschaft ist stark München-lastig. Auctus Capital Partners hat mit Fund VI (2022, €650 Mio.) besonders aktiv Buy-and-Build-Plattformen in Dental, Optik, Veterinärmedizin, IT-Services und Handwerksketten aufgebaut. Afinum Management (Afinum X, €625 Mio.) und Paragon Partners (Paragon Fund IV, €783 Mio.) fokussieren mittleres LMM bis Mid Market. Findos Investor ist im Kleinsegment €3 bis 25 Millionen aktiv und häufig auf Nachfolgesituationen spezialisiert. Halder Beteiligungsberatung in Frankfurt fährt klassisches LMM-Buyout mit €25 bis 150 Millionen. capiton AG (Berlin, capiton VI €560 Mio.) und Odewald KMU (Berlin, KMU II €200 Mio.) sind auf deutsche Mittelständler mit €10 bis 50 Millionen EV zugeschnitten.
Die börsennotierte Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) aus Frankfurt bespielt mit DBAG Fund VIII (€1,1 Mrd.) den EV-Bereich €50 bis 250 Millionen und veröffentlicht quartalsweise ihre DBAG-Multiples für den deutschen Mittelstand. Emeram Capital Partners (München, Fund II €400 Mio.) und Equistone Partners Europe mit deutschem Büro in München (Fund VII €2,9 Mrd.) sind im DACH-Mid-Market €50 bis 300 Millionen aktiv. Nord Holding in Hannover ist eine Besonderheit: eine Evergreen-Struktur seit 1969, die Eigenkapital dauerhaft aus der Bilanz investiert (>€400 Mio.) und deshalb keine klassische Fund-Laufzeit hat, was in Nachfolgesituationen mit langer Halteperspektive attraktiv sein kann.
In Österreich ist die Landschaft dünner. Invest AG in Linz gehört zur Oberbank-Gruppe und übernimmt klassische österreichische KMU-Mandate mit Nachfolgehintergrund. Ithuba Capital in Wien bespielt Minderheits- und Wachstumskapital. Die B&C Industrieholding in Wien hält langfristige strategische Beteiligungen (Semperit, AMAG, Lenzing) und ist damit eher für Legacy-Nachfolgen relevant als für klassische Buyouts. In der Schweiz sind Ufenau Capital Partners (Pfäffikon SZ, Ufenau VII €1 Mrd. 2022), CGS Management (Pfäffikon SZ, Fund V CHF 500 Mio.), Capvis Equity Partners (Zürich, Fund V CHF 1,2 Mrd.), Invision Private Equity (Zug, Fund VI CHF 300 Mio.) und Patrimonium Private Equity (Baar) die Kernadressen. Zusätzlich sind pan-europäische Häuser mit DACH-Büros wie Waterland Private Equity (München, Hamburg, Zürich; Waterland VIII €2,5 Mrd.), Bencis Capital Partners (Düsseldorf; Bencis VI €700 Mio.), IK Partners (Hamburg), Bridgepoint, Triton Partners und Ardian aktiv.
Was kostet Nachfolger-Suche: Honorare, Retainer, Success Fees?
Im DACH-LMM liegt die Success Fee laut FINANCE M&A Panel typischerweise bei 1 bis 3 Prozent des Enterprise Value nach Lehman-Skala, mit einer Mindestgebühr von 150.000 bis 500.000 Euro. Zusätzlich fallen Monthly Retainer von 10.000 bis 30.000 Euro und häufig eine Milestone Fee für Signing an. Notarkosten liegen bei 10 Mio. Kaufpreis bei rund 26.000 bis 35.000 Euro.
Die Lehman-Skala staffelt die Erfolgshonorare typischerweise degressiv: 5 Prozent auf die erste Million Enterprise Value, 4 Prozent auf die zweite, 3 auf die dritte, 2 auf die vierte, 1 Prozent auf jede weitere. In der DACH-LMM-Praxis wird sie häufig modifiziert. Bei einem €15-Millionen-EV-Deal kommen so grob €300.000 bis €450.000 Success Fee zusammen, plus €120.000 bis €300.000 kumulierte Retainer über sechs bis neun Monate. Die Retainer werden in aller Regel auf die Success Fee angerechnet. Zusätzlich muss ein Verkäufer mit €150.000 bis €300.000 für rechtliche Beratung, €80.000 bis €200.000 für Financial Due Diligence auf Verkäuferseite (Vendor DD), €26.000 bis €40.000 Notargebühren nach GNotKG und im Fall einer W&I-Versicherung mit 0,9 bis 1,4 Prozent der Deckungssumme rechnen.
Die folgende Tabelle vergleicht die drei Advisor-Typen, die im DACH-LMM praktisch relevant sind, nach Honorarstruktur, typischer Deal-Größe und Prozessgeschwindigkeit.
| Advisor-Typ | Typische Deal-Größe (EV) | Success Fee | Monthly Retainer | Prozessdauer (Signing) |
|---|---|---|---|---|
| LMM-Boutique (Concentro, Livingstone, Proventis) | €5 bis 50 Mio. | 1,5 bis 3 % | €10.000 bis €20.000 | 6 bis 8 Monate |
| Regional / Mid-Market IB (Lincoln, Oaklins, ACXIT, Alantra) | €25 bis 500 Mio. | 1 bis 2,5 % | €15.000 bis €30.000 | 6 bis 9 Monate |
| Bulge Bracket / Elite (Rothschild, Lazard, Houlihan Lokey) | €100 Mio.+ | 0,75 bis 1,5 % | €25.000 bis €60.000 | 7 bis 12 Monate |
Auf Big-Four-Seite decken KPMG Corporate Finance DACH, EY-Parthenon Corporate Finance, PwC Deals DACH und Deloitte Corporate Finance DACH nahezu jedes LMM-Segment ab und dominieren Due-Diligence-Mandate. Nach einer Mergermarket-Advisory-Studie 2024 stellen die Big Four zusammen rund 65 Prozent der Buy-Side-DD-Mandate im DACH-LMM. Für DACH-Boutiquen sind Concentro Management AG (München/Nürnberg/Stuttgart) im Bereich Distressed und Sondersituationen, ACXIT Capital Partners (Frankfurt/München/Zürich/Wien), Proventis Partners (München/Zürich/Hamburg), Angermann M&A International (Hamburg) sowie Livingstone Partners (Düsseldorf/Zürich) etablierte Adressen. Detaillierte Empfehlungen zur Auswahl geben wir auf unserer Übersicht Unternehmensverkauf Beratung.
Wie unterscheidet sich Asset Deal von Share Deal steuerlich?
Beim Share Deal wird der GmbH-Anteil übertragen, beim Asset Deal einzelne Wirtschaftsgüter. Verkäufer bevorzugen den Share Deal wegen Teileinkünfteverfahren mit rund 28,5 Prozent effektiver Belastung oder § 8b KStG mit rund 1,5 Prozent. Käufer präferieren den Asset Deal wegen Step-up und 15-jähriger Firmenwert-Abschreibung nach § 7 EStG.
Für einen natürlichen Anteilseigner, der seinen GmbH-Anteil verkauft, greift § 17 EStG, sobald er innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als ein Prozent am Stammkapital gehalten hat. 60 Prozent des Veräußerungsgewinns werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz plus Solidaritätszuschlag belegt, 40 Prozent bleiben steuerfrei. Bei Spitzensteuersatz ergibt das eine effektive Belastung von 60 % × 47,475 % (45 Prozent Reichensteuer plus 5,5 Prozent Soli) = rund 28,5 Prozent. Das ist das Teileinkünfteverfahren. Umgangssprachlich wird oft noch vom “Halbeinkünfteverfahren” gesprochen, das aber seit 2009 durch das Teileinkünfteverfahren ersetzt wurde.
Verkauft eine GmbH ihre Beteiligung an einer anderen Kapitalgesellschaft, greift § 8b KStG: 95 Prozent des Gewinns bleiben steuerfrei, 5 Prozent gelten als nicht abziehbare Betriebsausgabe. Bei einem effektiven Steuersatz der Holding von rund 30 Prozent ergibt das eine Effektivbelastung von etwa 1,5 Prozent. Deshalb sind Holding-Strukturen vor einem Verkauf beliebt. Zwischen Gründung der Holding und Verkauf müssen aber idealerweise sieben Jahre liegen, sonst greift die Sperrfrist nach §§ 20, 22 UmwStG und es kommt zu einem “Sperrfristverstoß” mit rückwirkender Besteuerung. Eine ausführliche Herleitung finden Sie auf Firma verkaufen und Steuern.
Auf Käuferseite ist der Asset Deal wegen des Step-ups der Buchwerte und der 15-jährigen Abschreibung des Firmenwerts nach § 7 EStG in Verbindung mit §§ 246, 253 HGB steuerlich attraktiver. Auf Verkäuferseite führt der Asset Deal aber zur Aufdeckung aller stillen Reserven und vollen Besteuerung mit KSt plus GewSt (effektiv rund 29,8 bis 32,5 Prozent). Der klassische Kompromiss besteht in einem “Steuer-Gross-Up” auf den Kaufpreis, damit der Verkäufer bei einem Asset Deal netto denselben Erlös erhält wie bei einem Share Deal.
Welche Freibeträge nach § 16 EStG gelten beim Verkauf?
§ 16 Abs. 4 EStG gewährt bei Vollendung des 55. Lebensjahres oder dauerhafter Berufsunfähigkeit einen Freibetrag von 45.000 Euro. Der Freibetrag schmilzt ab einem Veräußerungsgewinn von 136.000 Euro ab und ist bei 181.000 Euro vollständig aufgezehrt. Zusätzlich greift der ermäßigte Steuersatz nach § 34 EStG einmal im Leben für Gewinne bis 5 Millionen Euro.
Praktisch heißt das: Der Freibetrag ist bei LMM-Deals meist irrelevant, weil selbst kleinere Nachfolgetransaktionen den 181.000-Euro-Schwellenwert überschreiten. Wichtiger ist die Fünftelregelung nach § 34 EStG, die einen ermäßigten Steuersatz von 56 Prozent des Durchschnittssteuersatzes (mindestens 14 Prozent) auf Veräußerungsgewinne bis 5 Millionen Euro erlaubt. Der Anwender muss über 55 Jahre alt oder dauerhaft berufsunfähig sein und darf die Vergünstigung nur einmal im Leben in Anspruch nehmen. Bei sorgfältiger Planung kann das die effektive Steuer auf einen 3-Millionen-Euro-Gewinn um mehrere hundertausend Euro senken.
In Österreich greift der Hälftesteuersatz nach § 37 EStG bei Betriebsveräußerung mit Vollendung des 60. Lebensjahres und Einstellung der Erwerbstätigkeit, nach 7-jähriger Behaltefrist und ebenfalls einmal im Leben. Die reguläre Kapitalertragsteuer auf Veräußerungsgewinne im Privatvermögen liegt bei 27,5 Prozent und wirkt endbesteuernd. In der Schweiz ist der Kapitalgewinn aus Privatvermögen bei natürlichen Personen und nicht-gewerbsmäßigem Handel nach Art. 16 Abs. 3 DBG grundsätzlich steuerfrei, mit den bekannten Fallen indirekte Teilliquidation und Transposition, die innerhalb einer 5-Jahres-Frist zu Steuerpflicht führen können.
Wie lange dauert ein Nachfolger-Suche-Prozess?
Ein strukturierter DACH-LMM-Sell-Side-Prozess mit Enterprise Value €5 bis 50 Millionen dauert nach EY M&A Barometer typischerweise 6 bis 9 Monate von Mandatserteilung bis Signing, plus 4 bis 12 Wochen bis zum Closing. Bilaterale Verhandlungen ohne Auktion schließen häufig in 3 bis 5 Monaten ab. Steuervorbereitungen sollten 5 bis 7 Jahre früher beginnen.
Die folgende Tabelle zeigt die typischen Phasen und Dauern eines strukturierten Auktionsprozesses. Sie ist eine Blaupause und variiert je nach Deal-Komplexität, Käuferkreis und regulatorischen Freigaben.
| Phase | Dauer | Kernaktivität |
|---|---|---|
| Vorbereitung | 6 bis 10 Wochen | Vendor DD, Information Memorandum (IM), Financial Fact Book, Long-List, NDA-Pack |
| Marktansprache Phase 1 | 3 bis 4 Wochen | Teaser-Versand, NDAs, IM-Freigabe an qualifizierte Interessenten |
| Phase 1, Indikative Angebote (IOIs) | 4 Wochen | Bieter legen indikative Angebote mit Bewertungsspanne vor |
| Phase 2, Due Diligence und Management Presentations | 6 bis 10 Wochen | Virtueller Datenraum offen, Q&A-Prozess, Site Visits |
| Verbindliche Angebote (Binding Offers) | 2 bis 3 Wochen | Käufer legen Angebote inklusive markierter SPA-Fassung vor |
| Verhandlung und Signing | 3 bis 6 Wochen | SPA-Verhandlung, Notarielle Beurkundung, Signing |
| Closing (Vollzug) | 4 bis 12 Wochen | Kartellfreigabe, sonstige Bedingungen, Kaufpreiszahlung |
Wichtig ist die Vorlaufzeit für die Steueroptimierung. Für eine Holding-Struktur nach § 8b KStG braucht ein deutscher Verkäufer nach § 22 UmwStG eine Sperrfrist von 7 Jahren. In Österreich reichen für die Schachtelbeteiligungsstruktur 12 Monate, in der Schweiz braucht die indirekte-Teilliquidations-Vermeidung 5 Jahre. Faustregel für die Beraterpraxis: Steuerplanung startet 5 bis 7 Jahre vor dem Verkauf, nicht 5 bis 7 Monate. Wer heute mit 60 die Nachfolge plant und mit 62 verkaufen will, hat für die klassische Holding-Struktur schlicht nicht mehr genug Zeit.
Welche Unterlagen erwarten Käufer im Datenraum?
Ein DACH-LMM-Datenraum enthält typischerweise 2.000 bis 6.000 Dokumente in 8 bis 12 Bereichen: Finanzen, Steuer, Recht, Verträge, IP, Personal, IT, Compliance, Umwelt, Immobilien, Versicherungen, Corporate. Marktführer sind Datasite, Intralinks, iDeals und der deutsche Anbieter Drooms aus Frankfurt.
Die Financial Due Diligence (FDD) prüft Quality of Earnings, Sustainability of EBITDA, Working Capital, Net Debt und mögliche Bereinigungen. Erwartet werden Jahresabschlüsse und BWA für drei Jahre, Monatszahlen für die letzten 24 Monate, ein Budget bzw. Business Plan für drei bis fünf Jahre, Debitoren- und Kreditoren-Aging, Umsatz-Cluster nach Kunde und Produkt sowie eine detaillierte Personalkostenaufstellung. Die Tax Due Diligence (TDD) prüft laufende Steuerprüfungen, latente Steuern, Grunderwerbsteuer-Fallen nach § 1 Abs. 2a GrEStG, § 8b KStG und Verlustvorträge (§ 8c KStG “schädlicher Beteiligungserwerb” ab 50 Prozent Anteilserwerb).
Legal Due Diligence (LDD) erfasst Gesellschaftsverträge, Handelsregisterauszüge, wesentliche Verträge (Kunden, Lieferanten, Miete, Leasing), IP-Rechte, laufende Rechtsstreitigkeiten und die DSGVO-Compliance. Commercial Due Diligence (CDD) beleuchtet Markt und Wettbewerbsposition, Kundenkonzentration und Wettbewerbsdynamik. Seit 2023 ist eine dedizierte IT- und Cyber-DD in nahezu allen DACH-LMM-Deals Standard. Für ESG-DD ist die Frage nach Altlasten, EU-Taxonomie und CSRD-Berichtspflichten relevant, die bereits Unternehmen ab 250 Mitarbeitern, 50 Millionen Euro Umsatz oder 25 Millionen Euro Bilanzsumme trifft. Bei einer HR-DD werden Betriebsräte, Tarifbindung und Pensionsverpflichtungen nach § 4b BetrAVG geprüft.
In unserer Beratung DACH-Unternehmern erleben wir immer wieder, dass die Vorbereitung des Datenraums unterschätzt wird. Ein sauber strukturierter, vollständiger Datenraum verkürzt die Due Diligence um vier bis sechs Wochen und reduziert die Zahl der Warranty-Fragen um bis zu 40 Prozent. Der operative Aufwand vor Prozessstart ist immer geringer als der Bewertungsabschlag, den ein Käufer bei einem unaufgeräumten Datenraum durchsetzt. Wir empfehlen, drei bis vier Monate vor Marktansprache mit der Datenraum-Vorbereitung zu beginnen.
Wie läuft eine Notarielle Beurkundung des GmbH-Anteilsverkaufs?
Nach § 15 Abs. 3 und 4 GmbHG muss jeder Verkauf von GmbH-Anteilen notariell beurkundet werden, sowohl das schuldrechtliche Verpflichtungsgeschäft als auch das dingliche Verfügungsgeschäft. Notarkosten richten sich nach GNotKG; bei 10 Millionen Euro Kaufpreis fallen rund 26.000 bis 35.000 Euro an, meist paritätisch geteilt. Dauer der Beurkundung: 4 bis 8 Stunden.
Der Beurkundungstermin wird typischerweise 4 bis 6 Wochen vor Signing terminiert. Der Notar erhält die finalen SPA-Entwürfe rund 10 Tage vorher zur Prüfung. Am Termin selbst wird der komplette Vertragstext verlesen (in der Praxis: der Notar liest im Detail, die Parteien folgen mit ihren Fassungen und markieren Änderungen). Anlagen werden mitbeurkundet, sofern sie den Vertragsgegenstand konkretisieren. Bei 10 Millionen Euro Geschäftswert beträgt die Notargebühr nach GNotKG für Kaufvertrag und Vollzug zusammen rund 26.000 bis 35.000 Euro. Bei komplexeren Transaktionen mit Umwandlungen oder Kapitalerhöhungen können weitere Gebühren anfallen.
In Österreich ist nach § 76 GmbHG ein Notariatsakt für die Übertragung von GmbH-Geschäftsanteilen erforderlich. In der Schweiz verlangt Art. 785 OR eine öffentliche Beurkundung bei GmbH-Stammanteilen; bei AG-Aktien reicht Indossament oder Zession. Der Notartermin ist der schärfste Fixpunkt eines Deals. Sind bis dahin nicht alle offenen Punkte geklärt, wird der Termin verschoben. Termine werden im deutschen M&A-Kalender oft Monate im Voraus gebucht, weil hochspezialisierte Notare (u. a. in Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg) knapp sind. Wer für einen Verkauf einen Nachfolger findet und den Notartermin blockiert, sollte einen Puffer von 2 Wochen einplanen.
Welche BKartA-Fusionskontrollschwellen sind zu beachten?
Nach § 35 GWB greift die BKartA-Anmeldepflicht, wenn Weltumsatz aller Beteiligten über €500 Mio., Inlandsumsatz eines Beteiligten über €50 Mio. und Inlandsumsatz eines weiteren über €17,5 Mio. liegt. Die Bagatellklausel entfällt, wenn die Zielgesellschaft im Vorjahr unter €20 Mio. Inlandsumsatz hatte. In Österreich gelten €300 Mio. Weltumsatz, in der Schweiz CHF 2 Mrd.
Für die meisten LMM-Deals ist die Anmeldung beim Bundeskartellamt praktisch entlastet, weil die Zielgesellschaft die 20-Millionen-Euro-Grenze nach § 35 Abs. 2 GWB unterschreitet. Interessant wird die Prüfung im Buy-and-Build, wenn eine Sponsor-Plattform mit hohem Konzernumsatz einen kleinen Add-on kauft, dessen Zielumsatz aber über der Bagatellschwelle liegt. Seit 2021 gilt zusätzlich die Transaktionswertschwelle: Bei einem Kaufpreis über 400 Millionen Euro mit erheblicher Inlandstätigkeit und Weltumsatz über 500 Millionen ist die Prüfung ebenfalls fällig, unabhängig vom Umsatz der Zielgesellschaft.
In Österreich gelten nach dem Kartellgesetz für die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB): Weltumsatz über 300 Millionen Euro, Österreich-Umsatz über 30 Millionen, zwei Beteiligte je über 1 Million Weltumsatz. In der Schweiz zieht die WEKO die Grenze bei 2 Milliarden CHF Weltumsatz oder 500 Millionen CHF Schweiz-Umsatz zweier Beteiligter. Auf EU-Ebene gilt die Fusionskontrollverordnung 139/2004 mit ihren Schwellen ab 5 Milliarden Euro weltweitem Gesamtumsatz. Auf FDI-Seite hat die Bundesregierung 2020 die Prüfliste des AWG/AWV erheblich erweitert. Nicht-EU-Investoren müssen den Erwerb ab 10 Prozent an Zielgesellschaften in kritischer Infrastruktur, Verteidigung und Rüstung sowie ab 25 Prozent in erweiterten Sektoren (Gesundheit, KI, Biotech, Robotik, Halbleiter, Quantum) beim BMWK anzeigen.
Wie strukturiert man Earn-out und Kaufpreis-Anpassungen?
Nach FINANCE M&A Panel Q4 2024 enthielten rund 34 Prozent aller DACH-LMM-Sponsor-Deals eine Earn-Out-Komponente, häufig 20 bis 40 Prozent des Kaufpreises mit Laufzeit 2 bis 3 Jahren. Typische KPIs sind EBITDA und Umsatz. EBITDA-Earnouts sind streitanfälliger als Umsatz-Earnouts. In Europa dominiert die Locked-Box-Struktur (60 bis 70 % der DACH-Deals nach Freshfields Locked Box Study 2024).
Die zwei Grundmodelle des Kaufpreises sind Locked Box und Completion Accounts. Bei der Locked-Box-Struktur steht der Kaufpreis auf Basis einer Referenzbilanz zu einem definierten Locked-Box-Datum fest. Der Verkäufer garantiert No Leakage zwischen Locked-Box-Datum und Closing. Der Käufer übernimmt das operative Risiko und profitiert von Erträgen ab dem Locked-Box-Datum, häufig mit einem Value-Accrual-Ticker (typisch 5 bis 8 Prozent p. a. auf den Kaufpreis). Diese Struktur dominiert in Europa und im DACH-Raum. Bei Completion Accounts wird der Kaufpreis nach Closing anhand einer Stichtagsbilanz angepasst, mit den klassischen Adjustierungen Netto-Verschuldung und Working Capital vs. Normal Working Capital. Diese Variante ist US-Standard, in DACH seltener und deutlich streitanfälliger.
Ein Earn-Out ist ein Kompromiss über die Bewertungslücke. Wenn Verkäufer und Käufer 10 Prozent auseinanderliegen, verlagert ein Earn-Out die Differenz in eine leistungsabhängige Zahlung. Übliche KPIs sind EBITDA (am häufigsten, aber streitanfällig wegen Definitionsspielräumen), Umsatz (mechanisch, aber leistungsfern) oder Meilensteine wie Zulassungen und Kundengewinnungen. Als Streitschlichtungsklausel gilt in nahezu allen DACH-Verträgen ein Schiedsgutachter, häufig ein Big-Four-Auditor. Für W&I-Versicherung ist der Markt in DACH stark gewachsen: Rund 45 Prozent der Sell-Side-Transaktionen über 25 Millionen Euro EV laufen 2024 mit einer W&I-Police (BMS Marsh JLT Global M&A Insurance Trends Report 2024/2025), in Sponsor-to-Sponsor-Transaktionen über 75 Prozent. Prämien liegen bei 0,9 bis 1,4 Prozent der Deckungssumme, typische Deckungssumme bei 10 bis 30 Prozent des Kaufpreises.
Wie interviewt man einen deutschen M&A-Berater richtig?
Vier Fragen entscheiden: Wie viele Sell-Side-Mandate haben Sie in meiner Größenklasse in den letzten 24 Monaten abgeschlossen, wie groß ist Ihr internationales Käufernetzwerk, welche konkreten fünf Käufer würden Sie für meinen Fall ansprechen, und was passiert mit dem Retainer, wenn wir nicht signen? Fordern Sie Referenzen und rechnen Sie die Kosten auf drei Deal-Szenarien durch.
Fragen Sie zunächst nach der quantitativen Track Record: Zahl abgeschlossener Mandate in Ihrer EV-Größenklasse, in Ihrer Branche und mit Ihrem Käufertyp (Sponsor, Corporate, Family Office). Bei einem 15-Millionen-Euro-EBITDA-SHK-Betrieb ist eine Boutique mit fünf abgeschlossenen SHK-Deals in 24 Monaten wertvoller als eine Bulge Bracket ohne SHK-Erfahrung, auch wenn deren Marke bekannter ist. Zweitens: internationale Reichweite. Wenn der wahrscheinlichste Käufer ein US-Financial-Sponsor ist, brauchen Sie ein Berater, der in New York, Chicago und Dallas telefonieren kann. Drittens: Konkrete Käufernamen. Ein professioneller Berater kann Ihnen im ersten Gespräch 15 bis 25 wahrscheinliche Käufer nennen und begründen, warum. Wer nur sagt, “wir haben ein großes Netzwerk”, hat es meistens nicht.
Viertens: Honorarstruktur und Ausstiegskosten. Wie hoch ist die Success Fee bei drei Deal-Szenarien (Ihre Untergrenze, Ihre Zielbewertung, ein optimistischer Fall)? Was passiert mit dem Retainer, wenn Sie das Mandat nach vier Monaten beenden? Gibt es eine Tail-Klausel, unter der auch nach Mandatsende die Success Fee anfällt, wenn Sie an einen Käufer verkaufen, den der Berater ursprünglich angesprochen hat? Wie lang ist der Tail-Zeitraum (üblich 12 bis 24 Monate)? Fordern Sie mindestens drei Referenzen abgeschlossener Deals der letzten 18 Monate und rufen Sie diese Referenzen tatsächlich an. Das ist der einzige Weg, den Unterschied zwischen einer echten Boutique und einem Marketing-Aufsatz zu erkennen. Weitere Auswahlkriterien finden Sie auf unserem DACH-Hub.
Welche Red Flags sollten Sie vermeiden?
Fünf Red Flags: keine referenzierbaren Deals der letzten 24 Monate, undurchsichtige Retainer-Anrechnung, garantierte Bewertungen ohne Marktdaten, Success Fee unter einem Prozent bei kleinen Deals (impliziert schlechte Käuferauswahl), und fehlende Auslandsanbindung, wenn der wahrscheinlichste Käufer international sitzt.
Die erste Warnung ist die “garantierte Bewertung”. Kein seriöser M&A-Berater kann Ihnen die tatsächliche Kaufpreisspanne vor Marktansprache garantieren. Er kann Ihnen eine begründete Erwartung auf Basis von Multiples und Vergleichstransaktionen geben, mit klarer Nennung der Quelle. Wenn jemand sagt “wir bekommen 12x EBITDA” für einen zyklischen Maschinenbauer mit 3 Millionen EBITDA, ist das nicht Ehrlichkeit, sondern Akquise-Rhetorik. Die zweite Warnung ist die fehlende Retainer-Anrechnung. In DACH-LMM-Mandaten wird der monatliche Retainer in aller Regel zu 100 Prozent auf die Success Fee angerechnet. Wenn der Vertrag hier eine Kürzung vorsieht oder gar keine Anrechnung, fahren Sie auf eine reine Retainer-Ökonomie ohne Erfolgsdruck.
Die dritte Warnung ist die Fokus-Divergenz. Fragen Sie den Berater, wie viele Mandate er aktuell parallel führt. Über acht bis zehn simultane Sell-Side-Mandate deuten auf Fließbandbetrieb hin, unter zwei auf mangelnde Marktresonanz. Vier bis sechs sind ein gesundes Signal. Die vierte Warnung ist der Interessenkonflikt bei Käuferbindungen. Manche Berater sind faktisch “Preferred Sellers” für bestimmte Sponsor-Häuser, was die Verkäufer-Loyalität untergraben kann. Fragen Sie explizit nach Buy-Side-Retainer-Verträgen des Beraters. Die fünfte Warnung ist der Vertraulichkeitsbruch. Wenn im Erstgespräch bereits Details anderer laufender Mandate genannt werden (auch wenn der Name maskiert ist), erhalten spätere Käufer Ihre Daten in ähnlichem Detailgrad.
Welche Nachfolgemodelle sind rechtlich möglich?
Fünf Modelle dominieren: MBO (Management Buy-Out) mit interner Übernahme, MBI (Management Buy-In) mit externem Käufer oft über Search Fund, familieninterne Übergabe mit ErbStG-Verschonungsabschlag 85 bis 100 Prozent, externer Verkauf an Strategen oder PE, sowie Stiftungsmodelle mit Familien- und gemeinnütziger Stiftung nach Bosch-, ZEISS- oder Bertelsmann-Vorbild.
Beim MBO erwirbt das bestehende Management, häufig mit PE-Finanzierung. Für die Manager ist das attraktiv, weil sie das Unternehmen kennen; für den Verkäufer, weil Vertraulichkeit gewahrt bleibt und die Übergabe operativ reibungslos verläuft. Die Finanzierung läuft typischerweise über eine Erwerbs-Holding, die einen Anteil der Manager (5 bis 20 Prozent) mit Bankdarlehen und PE-Eigenkapital ergänzt. Beim MBI kauft ein externer Manager. Search Funds nach US-Vorbild sind in DACH seit 2020 messbar aktiv, mit rund 45 aktiven deutschsprachigen Search-Fund-Suchern 2025 laut Deutscher Search Fund Konferenz in Frankfurt. Die typische Ziel-EV liegt bei 5 bis 25 Millionen Euro.
Die familieninterne Übergabe kombiniert häufig Schenkung und Verkauf zu Familienpreisen. Der Verschonungsabschlag nach §§ 13a, 13b ErbStG kann 85 Prozent (Regelverschonung) oder 100 Prozent (Optionsverschonung) des Betriebsvermögens von der Erbschaft- oder Schenkungsteuer freistellen. Voraussetzung sind eine 5-jährige (Regel) oder 7-jährige (Option) Behaltefrist und die Erfüllung der Lohnsummenanforderung. Für Vermögen über 26 Millionen Euro greift die Abschmelzung nach § 13c ErbStG. Das Stiftungsmodell überträgt das Unternehmen an eine Familienstiftung oder eine gemeinnützige Stiftung. Der Doppelstiftungsmodell-Ansatz (Familienstiftung plus gemeinnützige Stiftung) ist in Deutschland mit Bosch, ZEISS und Bertelsmann seit Jahrzehnten etabliert und rechtlich bewährt.
Wie sieht die Käufertypologie im DACH-LMM 2026 aus?
Nach Merger Market DACH 2024 verteilen sich Käufer über strategische Add-ons (58 Prozent), Financial Sponsors (34 Prozent) und Family Offices oder Search Funds (8 Prozent). Im LMM-Bereich mit EV unter 100 Millionen verschiebt sich die Verteilung zu 48 Prozent Strategisch, 42 Prozent Sponsor, 10 Prozent Family Office. US-Käufer stellen mit 190 Deals die größte ausländische Investorengruppe.
Der strategische Käufer zahlt typischerweise das höchste Multiple, weil er Synergien realisiert. Ein Wettbewerber, der Ihre Marktposition und Kundenbasis übernimmt, kann Preissetzung, Einkauf, Vertrieb und Verwaltung konsolidieren. Nachteil: Die Vertraulichkeit ist heikel, die operative Freiheit nach Verkauf null. Financial Sponsors zahlen etwas weniger, geben aber operativen Freiraum und suchen häufig ein starkes Management-Team, das nach Closing bleibt. Sponsor-Deals sind für Verkäufer attraktiv, die 1 bis 3 Jahre nach Signing weiter engagiert bleiben wollen, häufig mit einem Roll-over-Anteil von 10 bis 25 Prozent des Eigenkapitals. Family Offices und Search Funds zahlen tendenziell die niedrigsten Multiples, bieten aber die längste Haltdauer und den geringsten Restrukturierungsdruck.
Konkret sind aktive Corporate Acquirer in DACH: Robert Bosch GmbH (Mobility, Industrial, Consumer Goods), Siemens AG (via Siemens Advanta und Siemens Energy Ventures), Voith Group, TRUMPF Group, Würth-Gruppe (häufig LMM-Nachfolge im Handwerksvertrieb), Miele & Cie. KG, Continental, Schaeffler, ZF Friedrichshafen, Fresenius Group, B. Braun, SAP SE, Rheinmetall, Andritz AG, voestalpine AG und ABB. Aktive Familien-Beteiligungsgesellschaften sind Franz Haniel & Cie. GmbH (Duisburg, 700 Familiengesellschafter seit 1756), Werhahn Gruppe (Neuss), Otto Group (Hamburg, Michael Otto), Freudenberg Gruppe (Weinheim), Rethmann-Gruppe (Selm; Remondis, Rhenus), Miele und die Liechtenstein Group (Vaduz).
Welche Rolle spielt nexxt-change und wo sind die Grenzen der Plattform?
nexxt-change.org ist die staatlich unterstützte Nachfolgebörse von KfW und BMWK mit rund 12.000 aktiven Inseraten (8.000 Angebote, 4.000 Gesuche). Die Plattform ist kostenfrei und hat sehr hohe Domain-Autorität. Ihre Grenzen liegen in geringer Vertraulichkeit, ungeprüfter Käuferqualität und fehlender Prozessführung, weshalb sie für Deals über 2 Millionen Euro EV meist ergänzend zu einem kuratierten Beraterprozess genutzt wird.
Die drei relevanten Alternativen sind DUB.de (kommerzielle Plattform, rund 3.000 Inserate, publiziert jährlich den DUB Multiples Report), firmenzukaufen.de (mittlere Reichweite, LMM-fokussiert) und companymatch.me (internationale Matching-Plattform). Für Österreich ergänzt follow-me.at der WKO, für die Schweiz das KMU-Portal admin.ch und companymarket.ch. Kanzlei-eigene Vermittlungsangebote wie RSM DealFlow und Baker Tilly Nachfolgeportal bespielen eine ähnliche Nische.
Der praktische Wert einer Plattform hängt von der Deal-Größe ab. Für einen Handwerksbetrieb mit 500.000 Euro EBITDA ist nexxt-change häufig der wirtschaftlich einzig sinnvolle Kanal, weil Boutique-Berater in dieser Größenordnung selten wirtschaftlich arbeiten können. Ab einer Million Euro EBITDA wird der kuratierte Prozess durch einen M&A-Berater messbar wertvoller, weil das ansprechbare Käuferuniversum breiter und internationaler wird. Für einen Verkäufer mit 5 Millionen Euro EBITDA und internationalen Wachstumsperspektiven ist eine Plattformlisting fast immer wertvernichtend, weil sie das Deal zur öffentlichen Nachricht macht und internationale Käufer, die Vertraulichkeit erwarten, verscheucht.
Was bedeutet der Zinsschock 2022 bis 2024 für Nachfolge-Verkäufer?
Die EZB senkte den Leitzins von 4,50 Prozent auf 3,25 Prozent bis Ende 2025 und öffnete Financial Sponsors wieder den Markt. Deutsche PE-Investitionen stiegen laut BVK 2024 auf €12,3 Mrd. (2023: €9,7 Mrd.). Distressed-M&A blieb 2024 mit 22.400 Insolvenzen (Destatis, +23 % YoY) hoch. Distressed-Verkäufe machten laut Falkensteg Distressed M&A Studie 2025 rund 12 Prozent des Dealvolumens aus.
Für einen Nachfolge-Verkäufer heißt das dreierlei. Erstens: Die Käuferliquidität ist 2026 wieder auf einem Niveau, das eine sportliche Bewertung erlaubt. Nach dem 2022er-Zinsschock waren viele Sponsor-Häuser mit ihren bestehenden Portfolios beschäftigt, weil steigende Zinsen den Cashflow-Druck erhöhten und Refinanzierungen belasteten. Mit sinkenden Zinsen ist wieder Kapazität für Neuakquisitionen da. Zweitens: Die Bewertungsmultiples liegen 2025 wieder auf einem Niveau, das die 2019er-Vorkrisen-Werte annähert, ohne sie zu übertreffen. Der Argos Wityu Index H2 2025 nennt einen Median von 9,2x für europäisches Mid-Market-LMM, damit rund 10 Prozent unter dem 2021er-Peak.
Drittens: Distressed-M&A hat sich als eigene Kategorie etabliert. Wer als klassischer Nachfolge-Verkäufer verkauft, sollte vermeiden, sich in diesem Marktsegment zu positionieren, weil dort Multiples von 3,0 bis 4,5x üblich sind. Ein sauber vorbereitetes, profitables Unternehmen mit klarer Wachstumsstory grenzt sich vom Distressed-Segment scharf ab und erzielt entsprechend die Bewertungsprämie des gesunden Segments.
Welche steuerlichen Fallen kennt die Schweiz beim Firmenverkauf?
Der Kapitalgewinn im Schweizer Privatvermögen ist nach Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei, aber zwei Fallen können die Steuerfreiheit kippen. Bei der indirekten Teilliquidation wird Substanz innerhalb 5 Jahren aus der Kaufgesellschaft an den Käufer ausgeschüttet; das qualifiziert den Kapitalgewinn nachträglich als Vermögensertrag. Bei der Transposition wird ein Anteil in eine eigene Holding übertragen und ausgehöhlt.
Die indirekte Teilliquidation ist der häufigste Steuerfall in Schweizer Nachfolgetransaktionen. Sie greift, wenn der Käufer nicht-betriebsnotwendige Substanz aus dem gekauften Unternehmen innerhalb von 5 Jahren an sich selbst ausschüttet und die Substanz zum Verkaufszeitpunkt bereits handelsrechtlich ausschüttbar war. Der Verkäufer wird nachträglich für den entsprechenden Anteil des Kaufpreises steuerpflichtig. Die Praxis-Antwort ist eine Steuerplanungserklärung im Kaufvertrag: Der Käufer verpflichtet sich, in den nächsten 5 Jahren keine Substanzentnahme zu tätigen, die eine indirekte Teilliquidation auslösen könnte. Die Transposition greift, wenn ein privater Aktionär seinen Anteil an eine eigene Holding verkauft und dabei den Anteil in ein Vermögenswert transformiert, das im Privatvermögen wäre. Für Schweizer Verkäufer gilt daher: 5 Jahre Vorlaufzeit für saubere Strukturierung.
Auf Bundesebene beträgt die direkte Bundessteuer auf Gewinn 8,5 Prozent. Kantonssteuern variieren stark: Zug liegt bei rund 11,85 Prozent, Nidwalden 11,97 Prozent, Zürich Stadt 19,65 Prozent, Genf 14,00 Prozent nach Steuerreform 2020, Bern Stadt 21,04 Prozent. Der Beteiligungsabzug nach Art. 69 f. DBG reduziert die Steuer im Verhältnis des Beteiligungsertrags zum gesamten Reingewinn und führt praktisch zu einer nahezu vollständigen Freistellung von Verkaufsgewinnen aus qualifizierten Beteiligungen ab 10 Prozent Anteil und 1 Million CHF Verkehrswert nach 1 Jahr Haltefrist.
Reale 2024 bis 2026 DACH-Deal-Referenzen für Nachfolge-Situationen
Verifizierbare Nachfolge- und LMM-Buyout-Deals der letzten zwei Jahre liefern belastbare Vergleichsmaßstäbe. Beispiele: Metallbau Windeck an Nord Holding (2024), Karl Marbach GmbH (Afinum-Verkauf 2024), Bümach Engineering (DBAG Add-on 2024), 1KOMMA5° (Cleantech-Rollup mit rund 1 Mrd. Euro Bewertung 2024), Aspermont Medical Group (€1,3 Mrd. EV) und iCONNECT Group (Ufenau-Portfolio).
Im Maschinenbau und in der Industrieautomation sind 2024 die Übernahme von Metallbau Windeck durch Nord Holding (klassischer LMM-Nachfolge-Buyout in Rheinland-Pfalz), der Verkauf der Karl Marbach GmbH aus Heilbronn durch Afinum an einen strategischen Käufer, das DBAG-Add-on Bümach Engineering (Hydraulikzylinderhersteller in Zülpich) und die BID-Equity-Beteiligung an DUALIS GmbH IT Solution (MES-Software, Dresden) verifizierte Referenzen. Im SHK-Bereich und Handwerks-Rollup sind 1KOMMA5° (Hamburg, Serie-B/C-Finanzierungen durch G2 Venture Partners, Norrsken und World Fund; Bewertung rund 1 Milliarde Euro 2024), Enpal (Solar- und Wärmepumpen mit aktivem Übernahmeprogramm für regionale Installateure), Weber Building Group (Waterland-Portfolio mit rund 30 Add-ons 2022 bis 2025) und die Haustec Group (aufgebaut von Findos Investor und Auctus Capital Partners) die zentralen Player.
Im IT-Dienstleister- und MSP-Segment gehören der Verkauf von IT-On.NET an ein Bridgepoint-Portfolio 2024, die iCONNECT Group als MSP-Verbund von Ufenau Capital Partners 2022 bis 2025 mit mehreren DACH-Add-ons, sowie die 7-Mrd-Euro-Bewertung von Deutsche Glasfaser 2024 nach EQT- und OMERS-Investment zu den prägenden Transaktionen. Im Healthcare-Bereich sind der Verkauf der Aspermont Medical Group (Zahnarzt-MVZ-Verbund) durch Nordic Capital an PAI Partners 2024 zu einem EV von rund 1,3 Milliarden Euro sowie DentConnect (Dental-Rollup Auctus Capital) und Comitas (Tierarzt-Verbund im Nordic-Capital-Portfolio) die zentralen Marktzeichen. Für Cross-Border US zu DACH sind 2024 die Encavis-Übernahme durch KKR (Hamburger Solarpark-Betreiber, €2,8 Mrd. EV, Take-Private-Transaktion), mehrere Advent-International-Add-ons in deutschen Portfoliogesellschaften sowie die Bain-Capital-Übernahme von Vistec Semiconductor Systems 2023 die klarsten Signale.
Bereit für den nächsten Schritt?
Wenn Sie 6-18 Monate von einem Unternehmensverkauf entfernt sind und einen deutschsprachigen M&A-Berater suchen, der internationale Käufer erreichen kann, ist ein 30-minütiges Erstgespräch der richtige nächste Schritt. Kein Vertrag, kein Retainer, nur Klarheit über Ihre Optionen.
Häufig gestellte Fragen
Wo inseriert man, wenn ein Nachfolger für ein Unternehmen gesucht wird?
Die größte Plattform ist nexxt-change.org mit rund 12.000 aktiven Inseraten, betrieben von KfW und BMWK. Kommerzielle Alternativen sind DUB.de, firmenzukaufen.de und companymatch.me. Für Unternehmen ab einer Million Euro EBITDA ist die kuratierte Ansprache über einen M&A-Berater in aller Regel wirksamer als eine öffentliche Anzeige, weil sie internationale Käufer erreicht und die Vertraulichkeit wahrt.
Wie viele deutsche Unternehmen suchen aktuell einen Nachfolger?
Der KfW Nachfolge-Monitor 2024 nennt 560.000 Mittelständler mit Nachfolgebedarf bis Ende 2027, davon 190.000 ohne konkrete Lösung. In Österreich sind es laut WKO 51.500 KMU bis 2029, in der Schweiz nach Bisnode-Studie 91.000 Firmen in den kommenden fünf Jahren. Rund 42.000 Übergaben pro Jahr werden in Deutschland aus reinen Altersgründen realisiert.
Was kostet ein M&A-Berater, wenn ich einen Nachfolger für mein Unternehmen suche?
Im DACH-LMM-Segment liegt die Success Fee bei ein bis drei Prozent des Enterprise Value nach Lehman-Skala, mit einer Mindestgebühr von 150.000 bis 500.000 Euro. Dazu kommen Monthly Retainer von 10.000 bis 30.000 Euro und häufig eine Milestone Fee für das erreichte Signing. Der Retainer wird in aller Regel zu 100 Prozent auf die Success Fee angerechnet.
Wie hoch sind die BAFA-Zuschüsse für die Nachfolgeberatung?
Das BAFA-Programm “Förderung unternehmerischen Know-hows” gewährt bis zu 3.500 Euro Zuschuss je Beratung, mit einer Förderquote von 50 bis 80 Prozent je nach Bundesland. Bis zu drei Beratungen sind kumulierbar. Der Antrag muss über die BAFA-Leitstelle vor Beratungsbeginn gestellt werden. Zusätzlich bieten IHKs und Handwerkskammern kostenfreie Erstberatungen an.
Welche Multiples werden 2026 im DACH-Mittelstand gezahlt?
Nach Argos Wityu H2 2025 und FINANCE M&A Panel Q4 2025 liegen die Mediane bei 4,5 bis 5,5x EBITDA im Micro-Cap-Segment mit ein bis drei Millionen Euro EBITDA, 6,0 bis 7,5x im klassischen Mittelstand mit drei bis zehn Millionen und 7,5 bis 9,5x im Upper LMM mit zehn bis zwanzig Millionen Euro EBITDA. Software-Assets liegen zwei bis vier Multiples darüber.
Wie lange dauert ein Nachfolgeprozess bis zum Verkauf?
Ein strukturierter Auktionsprozess dauert im DACH-LMM 6 bis 9 Monate von Mandatserteilung bis Signing, plus 4 bis 12 Wochen bis zum Closing. Bilaterale Verhandlungen ohne Auktion schließen häufig in 3 bis 5 Monaten ab. Für die steueroptimale Holding-Strukturierung nach § 8b KStG müssen zusätzlich 7 Jahre Sperrfrist eingeplant werden.
Welche Käufer suchen 2026 aktiv Nachfolger für DACH-Mittelständler?
Nach Merger Market DACH 2024 stellen strategische Käufer 58 Prozent der Deals, Financial Sponsors 34 Prozent, Family Offices und Search Funds 8 Prozent. Aktive PE-Häuser sind Auctus Capital, Ufenau, Halder, Waterland, Nord Holding, Findos und DBAG. US-Käufer waren 2024 mit rund 190 Deals die aktivsten Auslandsinvestoren in DACH.
Welche steuerlichen Freibeträge gelten beim Verkauf ab 55?
Nach § 16 Abs. 4 EStG gibt es 45.000 Euro Freibetrag ab dem 55. Lebensjahr. Er schmilzt ab 136.000 Euro Gewinn ab und ist bei 181.000 Euro vollständig aufgezehrt. Zusätzlich greift der ermäßigte Steuersatz nach § 34 EStG einmal im Leben für Veräußerungsgewinne bis 5 Millionen Euro. In Österreich gilt der Hälftesteuersatz nach § 37 EStG ab 60 mit 7-jähriger Behaltefrist.