Aktualisiert Q3 2026 von CT Acquisitions.
M&A investment bank münchen: Der DACH-Leitfaden für Unternehmer 2026
Wenn Sie in München oder im süddeutschen Raum eine M&A investment bank münchen für den Verkauf Ihres Mittelstandsunternehmens suchen, sitzen Sie an einem der aktivsten Deal-Standorte im DACH-Raum: München beheimatet mit Auctus, Paragon, Afinum, Emeram, Equistone und Perusa mehr Private-Equity-Häuser als jede andere deutsche Stadt, dazu die deutschen Büros der Big-Four-Corporate-Finance-Praxen sowie internationale Boutiquen wie Alantra, Bryan Garnier und Proventis. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, was eine M&A investment bank münchen konkret leistet, was sie kostet, welche Käufer sie anspricht und wie sich der Prozess über 6 bis 9 Monate strukturiert. Alle Zahlen sind mit benannten Quellen (KfW, BVK, EY, PwC, KPMG, DBAG, IfM Bonn, BaFin, Bundesbank) belegt.
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Das Wichtigste in Kürze
- Eine M&A investment bank münchen berechnet im LMM 1 bis 3 Prozent Success Fee auf den Enterprise Value plus 10.000 bis 30.000 Euro Monatsretainer, mit Untergrenze 150.000 bis 500.000 Euro (Lehman-Skala).
- Median-Multiples DACH 2025 liegen laut Argos Wityu und DBAG bei 6,0x bis 7,5x EBITDA für Unternehmen mit 3 bis 10 Millionen Euro EBITDA; Software erzielt Aufschläge von 2 bis 4x.
- 560.000 deutsche Mittelständler planen laut KfW Nachfolge-Monitor 2024 eine Übergabe bis Ende 2027; 190.000 davon haben noch keinen Plan.
- Der Sell-Side-Auktionsprozess dauert vom Mandat bis Signing 6 bis 9 Monate; Vorbereitung 6 bis 10 Wochen, Marktansprache 3 bis 4 Wochen, DD-Phase 6 bis 10 Wochen.
- Beim Verkauf eines GmbH-Anteils im Privatvermögen greift das Teileinkünfteverfahren (§ 17 EStG): effektiv rund 28,5 Prozent Belastung im Spitzensteuersatz.
- Über eine Holding-Struktur nach § 8b KStG sinkt die Belastung auf rund 1,5 Prozent, jedoch mit 7 Jahren Sperrfrist nach § 22 UmwStG.
- Notarielle Beurkundung nach § 15 GmbHG ist zwingend; Notarkosten bei 10 Millionen Euro Kaufpreis rund 26.000 bis 35.000 Euro laut GNotKG.
Was macht eine M&A investment bank münchen konkret?
Eine M&A investment bank münchen führt Ihr Unternehmen strukturiert an den Markt: Sie erstellt Vendor Due Diligence, ein Information Memorandum, kontaktiert eine kuratierte Longlist von 30 bis 150 Käufern (strategisch und finanziell), steuert Datenraum, Q&A und Management-Präsentationen, verhandelt den Kaufvertrag und begleitet Signing und Closing. Die Erfolgsvergütung liegt nach Lehman-Skala bei 1 bis 3 Prozent des Enterprise Value.
Eine M&A-Investmentbank ist kein Makler. Sie verkauft Ihr Unternehmen nicht einfach an den erstbesten Interessenten, sondern strukturiert einen Wettbewerbsprozess, in dem mehrere qualifizierte Käufer parallel bieten. Genau dieser Wettbewerb ist der Werttreiber: Nach dem FINANCE M&A Panel Q4 2025 erzielen strukturierte Auktionsprozesse im DACH-LMM im Median 8 bis 15 Prozent höhere Kaufpreise als bilaterale Verhandlungen.
Konkret übernimmt eine M&A investment bank münchen folgende Aufgaben in klarer Reihenfolge: Positionierung und Story-Entwicklung (was ist die Equity Story?), Vorbereitung der Vendor Due Diligence mit Financial Fact Book und normalisierten EBITDA-Adjustierungen, Aufbau eines virtuellen Datenraums bei Drooms oder Datasite, Identifikation und Ansprache der Käufer-Longlist, Verhandlung von NDA-Paketen, Steuerung der Bieterrunden (indikative Angebote, verbindliche Angebote), Kaufvertragsverhandlung mit Ihren Anwälten und Begleitung durch Notarielle Beurkundung und Vollzug.
In München sitzen mit Auctus Capital Partners, Paragon Partners, Afinum Management, Emeram Capital Partners, Equistone Partners Europe, Perusa Partners, ARCUS Capital, Findos Investor und Growth Partners neun aktive Private-Equity-Häuser in unmittelbarer Nähe, dazu die deutschen Büros von Alantra, Bryan Garnier, Proventis Partners und Concentro. Wenn Sie einen deutschsprachigen Prozess mit internationaler Käuferreichweite wünschen, arbeitet CT Acquisitions als Ihr Verkäuferseite-Mandat mit Zugang zu US-Käufernetzwerken, die klassischerweise 15 bis 25 Prozent aller DACH-LMM-Deals abschließen (EY M&A Barometer 2025).
Wie funktioniert M&A-Beratung in München und im DACH-Raum 2026?
Der DACH-M&A-Markt hat 2024 rund 2.100 Transaktionen in Deutschland gezählt (EY M&A Barometer), 315 in Österreich und 493 in der Schweiz (KPMG Clarity on M&A). 65 bis 70 Prozent aller Deals fallen in den Lower Mid Market unter 250 Millionen Euro Enterprise Value. München konzentriert dabei den größten Anteil des süddeutschen Deal-Flows.
Der Markt hat sich nach dem Zinsschock 2022 bis 2023 stabilisiert. Die EZB hat den Leitzins bis Ende 2025 von 4,50 Prozent auf 3,25 Prozent gesenkt, was Private-Equity-Käufer nach BVK-Statistik 2024 mit deutschen PE-Investitionen von 12,3 Milliarden Euro (2023: 9,7 Milliarden) wieder aktiver macht. Das aggregierte deutsche Dealvolumen 2024 erreichte laut EY M&A Barometer H1 2025 rund 82 Milliarden Euro gegenüber 62 Milliarden 2023.
München spielt in diesem Markt eine Sonderrolle. Der süddeutsche Raum konzentriert die DACH-PE-Szene, das industrielle Rückgrat (Automotive, Maschinenbau, MedTech) und traditionell familiengeführte Mittelständler mit hoher Übergabereife. Ergänzt wird das durch die Cluster in Erneuerbaren Energien, IT-Services und Spezialchemie, die 2024 bis 2026 den höchsten Deal-Flow im DACH-Sektorranking aufweisen. Über unseren DACH-Hub finden Sie weiterführende Materialien zum Prozess.
Ein weiterer Treiber ist Distressed M&A: 2024 hat Deutschland laut Destatis 22.400 Unternehmensinsolvenzen registriert (plus 23 Prozent gegenüber Vorjahr), und Distressed-Verkäufe machten laut Falkensteg-Studie rund 12 Prozent des Dealvolumens aus. München-Boutiquen wie Concentro und Saxenhammer sind hier stark positioniert. Für Sie als Verkäufer ist das relevant, weil Distressed-Bewertungen bei 3,0x bis 4,5x EBITDA liegen und damit deutlich unter dem gesunden LMM-Median. Verkäufe aus wirtschaftlicher Stärke heraus erzielen strukturell höhere Multiples.
Welche EBITDA-Multiples werden im DACH-Mittelstand 2026 gezahlt?
Nach Argos Wityu Index H2 2025, DUB Multiples Report 2025 und DBAG-Multiples Q4 2025 liegen Median EV/EBITDA-Multiples 2025 bei 4,5x bis 5,5x für 1 bis 3 Millionen EBITDA, 6,0x bis 7,5x für 3 bis 10 Millionen und 7,5x bis 9,5x für 10 bis 20 Millionen. Sektor-Premiums für Software liegen bei 2 bis 4x, MedTech bei 1,5 bis 2,5x zusätzlich.
| EBITDA-Bandbreite | Median EV/EBITDA 2025 | Bandbreite (25 bis 75 Prozent) | Typische Käufer |
|---|---|---|---|
| 1 bis 3 Mio. Euro (Micro-Cap, Handwerk, Nischen-KMU) | 4,5x bis 5,5x | 3,5x bis 6,5x | Family Office, Search Fund, MBI, kleine PE-Fonds |
| 3 bis 10 Mio. Euro (Klassischer Mittelstand, LMM) | 6,0x bis 7,5x | 5,0x bis 9,0x | LMM-PE (Findos, ARCUS, Odewald KMU), Strategen |
| 10 bis 20 Mio. Euro (Upper LMM) | 7,5x bis 9,5x | 6,5x bis 11,0x | Mid-Market-PE (Auctus, Afinum, Halder, capiton, DBAG) |
| 20 bis 100 Mio. Euro (Mid Market) | 9,0x bis 11,0x | 8,0x bis 13,5x | Equistone, Paragon, Bencis, IK Partners, Waterland |
Sektor-Premiums 2025 (relativ zum Basis-Multiple) sind laut Deutsche Beteiligungs AG und Argos Wityu Index deutlich. Software und SaaS erzielen 2 bis 4x mehr, teils sogar Umsatzmultiples bei ARR-Modellen. MedTech und Pharma-Zulieferer liegen 1,5 bis 2,5x über dem Basismultiple. Erneuerbare Energien und Spezialmaschinenbau erreichen 1 bis 2x Aufschlag. SHK-Handwerk mit wiederkehrenden Wartungsumsätzen über 30 Prozent erzielt 5,0x bis 7,0x plus einen zusätzlichen Aufschlag von rund 1x. Klassischer zyklischer Maschinenbau verliert 0,5 bis 1x gegenüber dem Median.
Kill-Faktoren für Bewertungen sind laut Merger-Market-Analyse Kundenkonzentration über 25 Prozent auf einen Kunden (minus 1 bis 2x), starke Inhaberabhängigkeit (minus 1x), Working-Capital-Volatilität, unbereinigte EBITDA-Darstellung und latente Steuerrisiken. Für eine belastbare Ersteinschätzung Ihres Unternehmenswerts sollten Sie unseren Ratgeber Firma verkaufen: Wert ermitteln konsultieren.
Welche Private-Equity-Plattformen kaufen aktuell in München und DACH?
In München sind mit Auctus (Fund VI 650 Mio. Euro), Paragon (Fund IV 783 Mio. Euro), Afinum (Fund X 625 Mio. Euro), Emeram (Fund II 400 Mio. Euro), Equistone (Fund VII 2,9 Mrd. Euro), Perusa, ARCUS Capital, Findos Investor und Growth Partners neun aktive DACH-Sponsoren ansässig. Ergänzt durch Waterland (München-Büro, Fund VIII 2,5 Mrd. Euro), Bencis, IK Partners und Bridgepoint.
Die Verteilung nach Merger Market DACH 2024 League Table: 58 Prozent aller DACH-Deals gehen an strategische Käufer, 34 Prozent an Financial Sponsors (PE), 8 Prozent an Family Office, Search Fund oder MBI. Im LMM-Bereich unter 100 Millionen Euro EV verschiebt sich das Bild zugunsten PE: 42 Prozent Sponsor, 48 Prozent Strategisch, 10 Prozent Family Office.
Die Münchner PE-Häuser haben klar differenzierte Fokusgebiete. Auctus ist besonders aktiv im Buy-and-Build (Dental, Optik, Veterinär, IT-Services, Handwerksketten) mit dem Fund VI von 650 Millionen Euro (2022 geschlossen). Paragon Partners hat mit Fund IV 783 Millionen Euro (2021) für Buyouts von 50 bis 500 Millionen Euro EV im DACH-Mittelstand. Afinum X mit 625 Millionen Euro fokussiert DACH-Buyouts von 20 bis 150 Millionen Euro. Emeram Fund II (400 Millionen Euro) und Perusa III (270 Millionen Euro) ergänzen das Spektrum um Special Situations und Turnarounds. Findos Investor mit über 150 Millionen Euro Fondsvolumen spielt gezielt kleinere Unternehmen zwischen 3 und 25 Millionen Euro EV, oft Nachfolgesituationen.
Außerhalb Münchens sind für DACH-Verkäufer relevant: Deutsche Beteiligungs AG (Frankfurt, DBAG Fund VIII 1,1 Mrd. Euro), Halder Beteiligungsberatung (Frankfurt), capiton AG (Berlin, Fund VI 560 Mio. Euro), Nord Holding (Hannover, Evergreen-Struktur), Odewald KMU (Berlin), Ufenau Capital Partners (Pfäffikon SZ, Fund VII 1 Mrd. Euro, spezialisiert auf Nachfolgesituationen), CGS Management (Pfäffikon SZ), Capvis Equity Partners (Zürich/Baar), Invest AG (Linz, Oberbank-Gruppe) und Rivean Capital (Frankfurt/Zug).
Waterland Private Equity mit Büros in München, Hamburg und Zürich ist der aktivste Buy-and-Build-Konsolidierer im DACH-Raum: Waterland VIII mit 2,5 Milliarden Euro finanziert Rollups in Fitness, Healthcare, Bildung und IT-Services, unter anderem die Weber Building Group mit rund 30 SHK-, Elektro- und Dach-Add-ons zwischen 2022 und 2025.
Was kostet eine M&A investment bank münchen: Honorare, Retainer, Success Fees?
Eine M&A investment bank münchen berechnet typischerweise einen Monatsretainer von 10.000 bis 30.000 Euro, eine Success Fee von 1 bis 3 Prozent des Enterprise Value nach modifizierter Lehman-Skala und eine Untergrenze zwischen 150.000 und 500.000 Euro. Die BAFA fördert Vorbereitungsberatung mit bis zu 3.500 Euro Zuschuss je Mandat.
| Advisor-Typ | Success Fee | Retainer / Monat | Deal-Größe (EV) | Timeline | Beispiele DACH |
|---|---|---|---|---|---|
| LMM-Boutique | 2,5 bis 3,5 Prozent | 10.000 bis 20.000 Euro | 5 bis 50 Mio. Euro | 6 bis 9 Monate | Concentro, Proventis, ACXIT, Livingstone, Angermann |
| International-LMM | 1,5 bis 2,5 Prozent | 15.000 bis 30.000 Euro | 25 bis 250 Mio. Euro | 7 bis 10 Monate | Lincoln International, Alantra, Oaklins, Houlihan Lokey, Bryan Garnier |
| Big Four Corporate Finance | 1,0 bis 2,0 Prozent | 20.000 bis 40.000 Euro | 20 bis 500 Mio. Euro | 8 bis 12 Monate | KPMG DACH, EY-Parthenon, PwC Deals, Deloitte |
| Bulge-Bracket / Mid-Cap | 0,75 bis 1,5 Prozent | 25.000 bis 50.000 Euro | 100 Mio. bis 2 Mrd. Euro | 9 bis 14 Monate | Rothschild, Lazard, William Blair, Jefferies, Nomura |
| Regionalbank Corporate Finance | 1,5 bis 2,5 Prozent | 10.000 bis 25.000 Euro | 10 bis 150 Mio. Euro | 7 bis 10 Monate | DZ Bank, NORD/LB, Commerzbank, LBBW, Bayern LB |
Die klassische Lehman-Skala wurde in DACH oft modifiziert und degressiv gestaffelt: 5 Prozent auf die erste Million, 4 Prozent auf die zweite, 3 Prozent auf die dritte und 1 Prozent ab der fünften Million. Bei Deals über 20 Millionen Euro Enterprise Value tendiert der Blended Fee zu 1,5 bis 2,5 Prozent. Success Fee wird üblicherweise gegen den Retainer verrechnet, sodass Sie die monatlichen Zahlungen bei erfolgreichem Abschluss zurückerhalten.
Die BAFA fördert über das Programm “Förderung unternehmerischen Know-hows” bis zu 3.500 Euro Zuschuss je KMU-Beratung mit 50 bis 80 Prozent Förderquote je nach Bundesland, kumulierbar über bis zu drei Beratungen. Der oft zitierte Wert von 4.000 Euro bezieht sich auf ältere Programmversionen; der aktuelle Höchstsatz 2025 laut BAFA liegt bei 3.500 Euro. Der Antrag muss vor Beratungsbeginn über die BAFA-Leitstelle gestellt werden.
Zusätzliche Kosten: Rechtsberatung für Kaufvertrag und Due Diligence typischerweise 80.000 bis 300.000 Euro bei LMM-Deal (Hengeler Mueller, Freshfields, Gleiss Lutz für Upper-Mid; Heuking, Luther, Beiten Burkhardt, GSK Stockmann, Taylor Wessing für LMM), Financial und Tax Due Diligence 40.000 bis 150.000 Euro (Big Four dominieren mit rund 65 Prozent Marktanteil), W&I-Prämie 0,9 bis 1,4 Prozent der Deckungssumme (BMS/Marsh JLT Report), Notarkosten bei 10 Millionen Euro Kaufpreis rund 26.000 bis 35.000 Euro laut GNotKG.
Wie unterscheidet sich Asset Deal von Share Deal steuerlich?
Beim Share Deal werden Gesellschaftsanteile übertragen und der Verkäufer profitiert vom Teileinkünfteverfahren nach § 17 EStG (effektiv rund 28,5 Prozent Belastung). Beim Asset Deal entstehen volle Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf stille Reserven (effektiv 29,8 bis 32,5 Prozent), dafür erhält der Käufer Step-up-Abschreibungen über 15 Jahre nach §§ 246, 253 HGB.
Der klassische Kaufpreiskompromiss läuft so: Verkäufer wollen Share Deal, weil das Teileinkünfteverfahren (60 Prozent steuerpflichtig, 40 Prozent steuerfrei) und bei Holding-Struktur sogar § 8b KStG mit rund 1,5 Prozent Belastung greift. Käufer wollen Asset Deal, weil sie den Firmenwert (“Goodwill”) linear über 15 Jahre nach § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG abschreiben können und Altlasten ausschließen können (Cherry-Picking). Die typische Lösung ist ein Kaufpreisabschlag von 10 bis 20 Prozent zugunsten des Käufers, wenn der Deal als Share Deal strukturiert wird, oder eine Erhöhung um 10 bis 20 Prozent bei Asset Deal.
Beim Asset Deal greift § 613a BGB: Arbeitsverhältnisse gehen automatisch auf den Erwerber über, Widerspruch der Arbeitnehmer möglich innerhalb eines Monats nach Unterrichtung. Verträge mit Kunden und Lieferanten benötigen typischerweise Zustimmung Dritter (Change-of-Control-Klauseln), was den Deal-Vollzug verzögern kann. In Österreich gilt analog § 3 AVRAG.
Ein Sonderfall: Umsatzsteuer. Der Share Deal ist umsatzsteuerfrei (nicht steuerbarer Umsatz). Der Asset Deal kann als Geschäftsveräußerung im Ganzen nach § 1 Abs. 1a UStG umsatzsteuerneutral behandelt werden, wenn der Erwerber das Unternehmen fortführt. Bei Grundstücksübertragung fällt Grunderwerbsteuer zwischen 3,5 Prozent (Bayern, Sachsen) und 6,5 Prozent (NRW, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Saarland) an. Bei Share Deals an grundbesitzenden Gesellschaften greift die Missbrauchsregel §§ 1 Abs. 2a, 2b, 3 GrEStG bereits ab 90 Prozent Anteilsübertragung innerhalb von 10 Jahren (verschärft seit 01.07.2021). Details zu diesen Fragen behandeln wir in Firma verkaufen: Steuern.
Welche § 16 EStG-Freibeträge und Vergünstigungen gelten beim Verkauf?
Der Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG beträgt 45.000 Euro und wird gewährt bei Vollendung des 55. Lebensjahres oder dauernder Berufsunfähigkeit. Er kürzt sich um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn 136.000 Euro übersteigt, und ist bei Gewinn über 181.000 Euro vollständig aufgezehrt. Für LMM-Verkäufe hat er meist nur marginale Bedeutung.
Wirtschaftlich relevanter ist die Fünftelregelung nach § 34 EStG bzw. der ermäßigte Steuersatz für außerordentliche Einkünfte: 56 Prozent des Durchschnittssteuersatzes, mindestens jedoch 14 Prozent, für Veräußerungsgewinne bis 5 Millionen Euro. Diese Vergünstigung kann nur ein Mal im Leben in Anspruch genommen werden und setzt bei Personen ab 55 Jahren oder dauerhaft berufsunfähigen Personen an.
Für die Praxis bedeutet das: Bei einem Verkäufer mit 60 Jahren und Veräußerungsgewinn von 3 Millionen Euro aus einem Einzelunternehmen (nicht GmbH-Anteil) kann der Durchschnittssteuersatz von rund 42 Prozent auf effektiv rund 23,5 Prozent gesenkt werden. Der Steuervorteil liegt in diesem Beispiel bei rund 555.000 Euro. Bei GmbH-Anteilen im Privatvermögen greift primär das Teileinkünfteverfahren, weshalb die Fünftelregelung dort seltener zur Anwendung kommt.
Die effektive Steuerbelastung ohne Vergünstigungen: Bei einem GmbH-Verkauf im Privatvermögen mit 5 Millionen Euro Veräußerungsgewinn zahlt der Spitzensteuerzahler nach Teileinkünfteverfahren rund 1,42 Millionen Euro Steuern (60 Prozent × 47,475 Prozent). Bei Verkauf über eine seit 7 Jahren bestehende Holding-GmbH nach § 8b KStG reduziert sich die Belastung auf rund 75.000 Euro (5 Prozent × 30 Prozent), die Steuerersparnis beträgt rund 1,35 Millionen Euro. Dieses Beispiel zeigt, warum Steuerplanung 5 bis 7 Jahre vor dem Verkauf beginnen sollte, nicht erst mit Beginn des Verkaufsprozesses.
In unserer Beratung DACH-Unternehmern begegnet uns immer wieder das gleiche Muster: Der Verkäufer denkt zwei bis drei Jahre vor dem Ausstieg über den Verkauf nach, doch die steuerliche Vorbereitung braucht mindestens fünf, für die 8b-Holding sieben Jahre. Wer eine Holding erst 18 Monate vor dem Signing gründet, verstößt gegen die UmwStG-Sperrfrist und zahlt am Ende genau die 28 Prozent, die er vermeiden wollte. Die teuerste Beratung ist die, die zu spät kommt.
Wie lange dauert ein M&A-Prozess in München und DACH?
Ein strukturierter DACH-LMM-Auktionsprozess mit Enterprise Value zwischen 5 und 50 Millionen Euro dauert typischerweise 6 bis 9 Monate vom Mandat bis zum Signing. Die Vorbereitungsphase nimmt 6 bis 10 Wochen ein, die Marktansprache 3 bis 4 Wochen, die Due-Diligence-Phase 6 bis 10 Wochen. Das Closing folgt 4 bis 12 Wochen nach Signing.
| Phase | Dauer | Kernaktivität | Ihre Rolle |
|---|---|---|---|
| Vorbereitung | 6 bis 10 Wochen | Vendor Due Diligence, Information Memorandum, Financial Fact Book, Longlist, NDA-Pack, VDR-Setup | Datenbereitstellung, Managementinterviews, Story-Entwicklung |
| Marktansprache Phase 1 | 3 bis 4 Wochen | Teaser-Versand, NDA-Verhandlung, Information-Memorandum-Freigabe | Freigabe der Käuferliste, Abstimmung Ausschlüsse |
| Indikative Angebote (IOIs) | 4 Wochen | Bewerber legen unverbindliche indikative Angebote vor | Auswertung mit Advisor, Auswahl Phase-2-Bewerber |
| Phase 2 und Management Presentations | 6 bis 10 Wochen | Datenraum offen, Q&A-Prozess, Site Visits, Expert Sessions | Präsentationen, Bewertungsgespräche, Q&A-Antworten |
| Verbindliche Angebote | 2 bis 3 Wochen | Käufer legen Binding Offers inkl. markierter SPA vor | Auswertung mit Advisor und Anwalt, Auswahl Preferred Bidder |
| Verhandlung und Signing | 3 bis 6 Wochen | SPA-Verhandlung, Notariat, notarielle Beurkundung | Endverhandlung, Beurkundungstermin |
| Closing (Vollzug) | 4 bis 12 Wochen | Kartellfreigabe (falls anmeldepflichtig), Vollzugsbedingungen, Kaufpreiszahlung | Übergabe, Kunden- und Mitarbeiterkommunikation |
Bei bilateralen Verhandlungen ohne Auktionsprozess kann der Zeitrahmen auf 3 bis 5 Monate sinken, allerdings zu Lasten der Wettbewerbsdynamik und damit typischerweise mit 8 bis 15 Prozent niedrigeren Kaufpreisen. Für Deals ohne Kartellfreigabepflicht (BKartA-Bagatelle: Zielumsatz unter 20 Millionen Euro Inlandsumsatz) fällt das Closing-Fenster deutlich kürzer aus.
Welche Unterlagen erwarten Käufer im Datenraum?
Ein professioneller Datenraum bei Drooms, Datasite, Intralinks oder iDeals enthält typischerweise 8 bis 12 Kategorien mit 500 bis 2.000 Dokumenten: Corporate, Finanzen, Steuern, Verträge, IP, HR, Compliance, Immobilien, IT, ESG. Q&A-Volumen liegt bei LMM-Deals typischerweise bei 200 bis 500 Fragen, bei Mid-Market-Deals über 1.000.
Die Standardstruktur folgt einem Ordnerbaum mit Corporate (Handelsregisterauszüge, Satzung, Gesellschafterlisten, Beschlüsse), Financial (drei Jahre testierte Jahresabschlüsse, aktuelle BWA, Management-Reports, Budget-Ist-Vergleiche), Tax (Steuerbescheide, Betriebsprüfungsberichte, Umsatzsteuervoranmeldungen, latente Steuern), Commercial (Umsatz nach Kunden, Kundenverträge, Lieferantenverträge, Change-of-Control-Klauseln), IP (Marken, Patente, Software-Lizenzen, IT-Verträge), HR (Arbeitsverträge Schlüsselmitarbeiter, Pensionszusagen, Betriebsvereinbarungen, Sozialpläne), Legal (Rechtsstreitigkeiten, Compliance, DSGVO-Dokumentation), Real Estate (Grundbuchauszüge, Miet- und Pachtverträge, Umweltgutachten), IT (System-Landkarte, Cyber-Security-Assessment, Datenschutz-Folgenabschätzung) und ESG (CSRD-Vorbereitung, Nachhaltigkeitsberichte).
Marktführende VDR-Provider in DACH sind laut Merger-Market-Advisory-Studie 2024 Drooms (deutscher Anbieter, Frankfurt HQ, höchster DACH-Marktanteil), Datasite, Intralinks (SS&C), Firmex, iDeals und Ansarada. Preisrahmen: 3.000 bis 15.000 Euro Setup plus 2.000 bis 6.000 Euro Monatsgebühr für den typischen LMM-Deal-Zeitraum von 4 bis 8 Monaten.
Vorbereitung ist der wichtigste Werttreiber. Nach unserer Erfahrung verbringen unvorbereitete Verkäufer 40 bis 60 Prozent des Deal-Zeitraums mit Nachreichung fehlender Dokumente, was Käufer nervös macht und Preisabschläge auslöst. Ein sauber aufgebauter Datenraum vor Marktansprache signalisiert Professionalität und reduziert die Wahrscheinlichkeit von Preisreduktionen (“Chipping”) in der Endphase deutlich.
Wie läuft eine Notarielle Beurkundung des GmbH-Anteilsverkaufs?
Die Übertragung von GmbH-Anteilen erfordert nach § 15 Abs. 3, 4 GmbHG die Notarielle Beurkundung sowohl des schuldrechtlichen Verpflichtungsvertrags als auch des dinglichen Übertragungsvertrags. Notarkosten richten sich nach dem GNotKG-Geschäftswert; bei 10 Millionen Euro Kaufpreis fallen typischerweise 26.000 bis 35.000 Euro Notargebühren an.
Der Beurkundungstermin dauert typischerweise 4 bis 8 Stunden. Der Notar verliest den vollständigen Vertragstext (bei 100 bis 200 Seiten SPA plus Anlagen entsprechend zeitaufwändig) und beurkundet die Willenserklärungen der Vertragsparteien. Anlagen können in Bezug genommen werden (“Anlagenkonvolut”), müssen aber vor Beurkundung fest verbunden vorliegen. Bei mehrsprachigen Verträgen ist zusätzlich eine Übersetzung erforderlich, wenn eine Partei die deutsche Vertragssprache nicht beherrscht.
Nach Beurkundung informiert der Notar das Registergericht (Handelsregister) und meldet die Änderung der Gesellschafterliste an. Die Wirksamkeit gegenüber der Gesellschaft tritt mit Aufnahme der neuen Gesellschafterliste im Handelsregister ein. Für die Praxis relevant: Die Beurkundung selbst ist typischerweise das Signing, das Closing folgt mit Kaufpreiszahlung und Erfüllung der Vollzugsbedingungen (z. B. Kartellfreigabe, Zustimmung Dritter).
In Österreich gilt analog § 76 GmbHG: Notariatsakt für Übertragung von GmbH-Geschäftsanteilen erforderlich. In der Schweiz Art. 785 OR: öffentliche Beurkundung bei Übertragung von Stammanteilen der GmbH; bei Aktien der AG hingegen formfrei durch Indossament oder Zession. Für den GmbH-Verkauf empfiehlt sich in München die frühzeitige Reservierung eines Termins bei einer erfahrenen M&A-Notarkanzlei (z. B. Notare am Bavariaring, Notare am Karolinenplatz, Notare Blumenstraße), da Beurkundungstermine mit Vorlauf von 4 bis 8 Wochen geplant werden müssen.
Welche BKartA-Fusionskontrollschwellen sind zu beachten?
Nach § 35 GWB besteht in Deutschland Anmeldepflicht beim Bundeskartellamt, wenn die weltweiten Umsätze zusammen 500 Millionen Euro überschreiten, ein Beteiligter im Inland über 50 Millionen Euro und ein weiterer über 17,5 Millionen Euro erzielt. Die Bagatellklausel entlastet Zielgesellschaften mit Inlandsumsatz unter 20 Millionen Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr.
Für viele LMM-Deals ist damit keine BKartA-Anmeldung erforderlich, was den Closing-Zeitraum drastisch verkürzt. Prüfen sollten Sie zusätzlich die Transaktionswertschwelle, die seit 2021 in Kraft ist: Kaufpreis über 400 Millionen Euro und Zielgesellschaft mit erheblicher Inlandstätigkeit lösen Anmeldepflicht auch dann aus, wenn die klassischen Umsatzschwellen unterschritten werden. In DACH-LMM-Bereich ist diese Schwelle in der Regel nicht relevant.
Für Österreich (BWB nach KartG) gelten: Weltumsatz über 300 Millionen Euro, Österreich-Umsatz über 30 Millionen Euro, zwei Beteiligte je über 1 Million Euro Weltumsatz. Für die Schweiz (WEKO nach KG): Weltumsatz über 2 Milliarden CHF oder Umsatz zweier Beteiligter in der Schweiz je über 500 Millionen CHF. Für EU-weite Deals (FKVO 139/2004): Gesamtumsatz weltweit über 5 Milliarden Euro, zwei Beteiligte EU-Umsatz je über 250 Millionen Euro. Die DG Comp entscheidet in 25 Arbeitstagen Phase I, 90 Arbeitstagen Phase II.
Zusätzlich zu beachten: Investitionskontrolle nach AWG/AWV in Deutschland für Nicht-EU-Investoren bei Erwerb über 10 Prozent (kritische Infrastruktur, Verteidigung) bzw. 25 Prozent (allgemein) in bestimmten Sektoren. Die Prüfliste wurde 2020 verschärft und umfasst Gesundheit, KI, Biotech, Robotik, Halbleiter und Quantum. In Österreich analog InvKG, in der Schweiz das 2024 beschlossene Investitionsprüfgesetz (Inkrafttreten 2026). Bei Erwerb bedeutender Beteiligungen an regulierten Instituten greifen zusätzlich BaFin (Deutschland), FMA (Österreich) und FINMA (Schweiz) mit Inhaberkontrollverfahren.
Wie strukturiert man Earn-out und Kaufpreis-Anpassungen?
Earn-outs machen typischerweise 20 bis 40 Prozent des Kaufpreises aus, mit Laufzeit 2 bis 3 Jahre nach Closing. Häufigste KPI ist EBITDA (streitanfälliger) oder Umsatz. Laut FINANCE M&A Panel Q4 2024 enthielten 34 Prozent aller DACH-LMM-Sponsor-Deals eine Earn-out-Komponente (Anstieg von 22 Prozent 2021).
Earn-outs überbrücken Bewertungsgaps zwischen Käufer- und Verkäufererwartungen. Der Verkäufer erhält einen fixen Basiskaufpreis bei Closing plus bedingte Nachzahlungen bei Erreichen definierter Meilensteine. Für den Käufer reduziert sich das Bewertungsrisiko, für den Verkäufer entsteht ein zusätzlicher Anreiz, das Unternehmen operativ weiter zu entwickeln.
Praktische Fallstricke: EBITDA-Earnouts sind streitanfälliger als Umsatz-Earnouts, weil die EBITDA-Definition Spielräume bei Adjustierungen bietet (was zählt als “außerordentlich”? welche Management-Boni sind einzurechnen?). Standard ist ein Schiedsgutachterverfahren, in dem ein Wirtschaftsprüfer die Berechnung im Streitfall final entscheidet. Umsatz-Earnouts sind objektiver, ignorieren aber Rentabilität und können den Verkäufer motivieren, unprofitablen Umsatz aufzubauen.
Die zwei zentralen Kaufpreismechanismen: Locked Box mit festem Kaufpreis basierend auf einer Referenzbilanz zu einem definierten Stichtag; der Verkäufer garantiert No Leakage zwischen Locked-Box-Datum und Closing; Value Accrual (Ticker) meist inkludiert. In Europa dominierend, in DACH-Deals rund 60 bis 70 Prozent Anteil laut Freshfields Locked Box Study 2024. Completion Accounts (Closing Accounts) mit Kaufpreisanpassung nach Closing anhand einer Stichtagsbilanz; Anpassungen typischerweise Netto-Verschuldung (Cash minus Debt) und Working Capital gegen ein Normal-Working-Capital-Niveau. Aufwändiger und streitanfälliger; US-Standard.
Die Reps & Warranties-Struktur trennt Fundamental Reps (Eigentum, Handlungsfähigkeit, Kapitalstruktur) mit Cap bis Kaufpreis und Verjährung 5+ Jahre von Business Reps (Steuern, Arbeitnehmer, IP, Umwelt, Verträge, Compliance, IT) mit Cap 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises, De-minimis 25.000 bis 100.000 Euro, Basket 0,5 bis 1 Prozent des Kaufpreises und Verjährung 18 bis 24 Monate (Steuer und Umwelt 5 bis 7 Jahre). W&I-Versicherung deckt bei rund 45 Prozent der Sell-Side-Transaktionen über 25 Millionen Euro EV laut BMS/Marsh JLT Global M&A Insurance Trends Report 2024/2025.
Wie interviewt man eine deutsche M&A investment bank münchen richtig?
Fragen Sie nach: konkreten Deal-Referenzen der letzten 24 Monate in Ihrem Sektor mit Namen (nicht anonymisiert), Team-Zusammensetzung inklusive Managing Director für Ihr Mandat (nicht nur Senior für Pitch), Success-Fee-Modell mit Untergrenze und Retainer-Verrechnung, Käufernetzwerk mit Beispiel-Longlist, Referenzen von drei Ex-Klienten zum Anruf.
Ein professionelles Interview sollte 60 bis 90 Minuten dauern und mindestens folgende Punkte abdecken. Erstens: Referenzen mit Namen. Fragen Sie nach drei Deals aus den letzten 24 Monaten in einem vergleichbaren EBITDA-Segment und Sektor. Ein seriöser Berater sollte drei bis fünf konkrete Referenzen mit Deal-Größe, Käufertyp und Erfolgsindikator (Multiple, Bidder-Anzahl, Prozessdauer) benennen können. Wenn nur “Wir haben viele Deals gemacht” kommt, weitergehen.
Zweitens: Team für Ihr Mandat. Wer arbeitet operativ am Deal? Der Senior Partner, der pitcht, ist häufig nicht der, der die Wochenarbeit macht. Klären Sie, wer der Managing Director für Ihr Mandat ist, wieviel Zeit er persönlich einbringen wird und wer die Ansprechpartner auf VP- und Associate-Ebene sind.
Drittens: Käufernetzwerk und Longlist-Ansatz. Bitten Sie um eine Beispiel-Longlist für Ihr Unternehmen (25 bis 40 Käufer). Ein guter Advisor kennt die aktiven PE-Fonds, Family Offices und strategischen Käufer in Ihrem Segment und hat für die meisten Namen einen direkten Kontakt. Wenn die Liste generisch wirkt oder nur Google-recherchierte Namen enthält, ist das ein Warnsignal.
Viertens: Honorarstruktur transparent. Klären Sie Success Fee (Prozentsatz und Untergrenze), Retainer (Höhe, Verrechnung mit Success Fee, Rückzahlbarkeit), Milestone Fee (bei Signing, bei Erreichen bestimmter Bewertungsschwellen), Werbungskosten (typischerweise gecappt auf 15.000 bis 30.000 Euro) und Reisekosten. Alle Kosten schriftlich im Advisor Agreement.
Fünftens: Referenzen zum Anrufen. Drei bis fünf Ex-Klienten aus den letzten 36 Monaten, mit denen Sie 30-minütige Referenzgespräche führen. Fragen: Wurde der zugesagte Multiple erreicht? Wurden Prozess-Timelines eingehalten? War der Advisor bei schwierigen Verhandlungen präsent? Würden Sie ihn wieder beauftragen?
Welche Red Flags sollten Sie bei der Advisor-Auswahl vermeiden?
Klassische Red Flags: keine überprüfbaren Deal-Referenzen der letzten 24 Monate, Multiple-Versprechen ohne Sensitivitätsanalyse, Success Fee unter 0,5 Prozent (dumping) oder ohne Retainer (unengaged), Managing Director nur beim Pitch anwesend, kein CM&AA oder MMI-Zertifikat, Mandatsvertrag mit Exklusivität über 18 Monate, Interessenkonflikte durch Käufer-Retainer.
Multiple-Versprechen ohne Begründung sind besonders gefährlich. Wenn ein Berater in der ersten Präsentation “Wir holen für Sie 12x EBITDA” verspricht, ohne die Marktdaten für Ihr Segment zu kennen, dient das Versprechen der Mandatsakquise, nicht der realistischen Erwartungssteuerung. Seriöse Advisor liefern Bewertungsbandbreiten mit expliziten Annahmen (Basis-Multiple, Sektor-Prämie, Größen-Prämie, Company-Specific-Adjustments) und diskutieren Sensitivitäten.
Interessenkonflikte sind der zweite kritische Punkt. Manche Berater arbeiten parallel für Käuferseite (Buy-Side-Retainer bei PE-Fonds) und Verkäuferseite. Das ist nicht per se problematisch, muss aber offengelegt und gemanagt werden. Fragen Sie: “Betreuen Sie derzeit Buy-Side-Mandate für Käufer, die für unseren Deal in Frage kommen könnten?” Die Antwort muss transparent sein.
Exklusivitätsfristen: 12 Monate sind Standard, 18 Monate zu lang. Länger als 24 Monate keinesfalls. Klären Sie Ausstiegsklauseln bei Non-Performance (z. B. wenn nach 6 Monaten kein qualifizierter Bidder identifiziert wurde). “Tail Provisions” (Anspruch auf Success Fee bei Verkauf innerhalb 12 bis 24 Monaten nach Beendigung des Mandats an einen vom Advisor kontaktierten Käufer) sind Standard, sollten aber auf konkret dokumentierte Kontakte beschränkt sein.
Wie unterscheiden sich Boutique, Big Four und Bulge Bracket?
Boutiquen wie Concentro, Proventis oder Livingstone bieten LMM-Fokus mit Senior-Präsenz, aber begrenzte Sektorbreite. Big Four (KPMG, EY, PwC, Deloitte) haben breiten Deal-Flow und integrierte Due Diligence, aber häufig weniger Sell-Side-Spezialisierung. Bulge Bracket (Rothschild, Lazard, Houlihan Lokey) dominieren Mid- und Upper-Mid, sind aber im LMM unter 25 Millionen Euro EV meist nicht wettbewerbsfähig.
Für Ihr Unternehmen mit EBITDA zwischen 1 und 20 Millionen Euro sind vier Berater-Typen realistisch. LMM-Boutiquen wie Concentro Management (München/Nürnberg/Stuttgart), Proventis Partners (München/Zürich/Hamburg), ACXIT Capital Partners (Frankfurt/München/Zürich/Wien), Livingstone Partners (Düsseldorf/Zürich), Angermann M&A International (Hamburg), Cortent Capital (Berlin) und Saxenhammer & Co. (Berlin, Distressed-Spezialist). Diese Häuser bieten Senior-Präsenz und LMM-Fokus, haben aber sektoral engere Nischen.
Internationale LMM-Bank-Alternativen sind Lincoln International (Frankfurt-HQ, deutscher Marktführer nach Anzahl LMM-Sell-Side-Mandate), Oaklins (Netzwerk mit Büros in Hamburg, Frankfurt, Berlin, Stuttgart, München sowie Zürich und Wien), Alantra (Frankfurt/München/Zürich, spanisch-europäische Boutique), Bryan Garnier & Co (München/Zürich, Tech und Healthcare), Houlihan Lokey (Frankfurt, Financial Restructuring stark), William Blair (Frankfurt/Zürich, US-Bank mit DACH-Tech/Healthcare) und Raymond James (Frankfurt via Mummert-Akquisition 2019).
Big-Four-Corporate-Finance-Praxen (KPMG, EY-Parthenon, PwC Deals DACH, Deloitte) dominieren Due Diligence mit rund 65 Prozent Marktanteil bei Buy-Side-DD im DACH-LMM laut Merger-Market-Advisory-Studie 2024. Als Sell-Side-Advisor haben sie breiten Deal-Flow, aber weniger LMM-Spezialisierung als reine Boutiquen. Vorteil: Integrated Deal Advisory mit FDD, TDD und Corporate Finance aus einer Hand.
Bulge-Bracket-Banken (Rothschild, Lazard, JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley) sind im LMM unter 25 Millionen Euro EV wirtschaftlich meist nicht wettbewerbsfähig. Ihre Mindest-Success-Fees liegen bei 750.000 bis 1,5 Millionen Euro, die Retainer bei 30.000 bis 60.000 Euro monatlich. Für Deals ab 100 Millionen Euro EV werden sie relevant.
Bereit für den nächsten Schritt?
Wenn Sie 6-18 Monate von einem Unternehmensverkauf entfernt sind und einen deutschsprachigen M&A-Berater suchen, der internationale Käufer erreichen kann, ist ein 30-minütiges Erstgespräch der richtige nächste Schritt. Kein Vertrag, kein Retainer, nur Klarheit über Ihre Optionen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine M&A investment bank münchen im Mittelstand?
Eine M&A investment bank münchen berechnet im LMM typischerweise einen Monatsretainer von 10.000 bis 30.000 Euro sowie eine Success Fee von 1 bis 3 Prozent des Enterprise Value nach Lehman-Skala, mit Untergrenzen zwischen 150.000 und 500.000 Euro. Die BAFA fördert Vorbereitungsberatung mit bis zu 3.500 Euro Zuschuss je Mandat. Zusätzlich fallen Rechtsberatung (80.000 bis 300.000 Euro), Financial und Tax Due Diligence (40.000 bis 150.000 Euro), W&I-Prämie (0,9 bis 1,4 Prozent der Deckungssumme) und Notarkosten (bei 10 Millionen Euro Kaufpreis rund 26.000 bis 35.000 Euro nach GNotKG) an.
Wie lange dauert ein M&A-Prozess mit einer M&A investment bank münchen?
Ein strukturierter DACH-Auktionsprozess dauert vom Mandat bis zum Signing rund 6 bis 9 Monate. Die Vorbereitungsphase nimmt 6 bis 10 Wochen ein, die Marktansprache und indikativen Angebote weitere 7 bis 8 Wochen, die Phase-2-Due-Diligence 6 bis 10 Wochen. Bei bilateralen Verhandlungen ohne Auktion sind 3 bis 5 Monate realistisch. Das Closing kann durch Kartellfreigabe und Bedingungen weitere 4 bis 12 Wochen in Anspruch nehmen.
Welche EBITDA-Multiples werden 2026 im DACH-Mittelstand gezahlt?
Laut Argos Wityu Index H2 2025, DUB Multiples Report 2025 und DBAG-Multiples Q4 2025 liegen Median EV/EBITDA-Multiples 2025 bei 4,5x bis 5,5x für 1 bis 3 Millionen EBITDA, 6,0x bis 7,5x für 3 bis 10 Millionen und 7,5x bis 9,5x für 10 bis 20 Millionen. Software erzielt Aufschläge von 2 bis 4x, MedTech 1,5 bis 2,5x. SHK-Handwerk mit wiederkehrenden Wartungsumsätzen über 30 Prozent erreicht 5,0x bis 7,0x plus 1x Aufschlag.
Was ist der Unterschied zwischen Asset Deal und Share Deal steuerlich?
Beim Share Deal werden Gesellschaftsanteile übertragen; der Verkäufer profitiert vom Teileinkünfteverfahren nach § 17 EStG (effektiv rund 28,5 Prozent Belastung) oder bei Holding-Struktur von § 8b KStG (rund 1,5 Prozent). Beim Asset Deal fallen volle Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf stille Reserven an (effektiv 29,8 bis 32,5 Prozent), der Käufer erhält jedoch Step-up-Abschreibungen über 15 Jahre. § 613a BGB überträgt Arbeitsverhältnisse beim Asset Deal automatisch.
Welche BKartA-Schwellen gelten für Mittelstands-Deals in Deutschland?
Nach § 35 GWB besteht Anmeldepflicht beim Bundeskartellamt, wenn die weltweiten Umsätze zusammen 500 Millionen Euro überschreiten, ein Beteiligter im Inland über 50 Millionen Euro und ein weiterer über 17,5 Millionen Euro erzielt. Die Bagatellklausel nach § 35 Abs. 2 GWB entlastet Zielgesellschaften mit Inlandsumsatz unter 20 Millionen Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr, was viele LMM-Deals anmeldefrei macht.
Wie funktioniert die Holding-Struktur nach § 8b KStG steuerlich?
Verkauft eine Holding-GmbH ihre Beteiligung an einer anderen Kapitalgesellschaft, bleiben nach § 8b KStG 95 Prozent des Gewinns steuerfrei, 5 Prozent gelten als nicht abziehbare Betriebsausgabe. Die effektive Belastung liegt bei rund 1,5 Prozent (5 Prozent x rund 30 Prozent Gesamtsteuersatz). Voraussetzung ist die Beachtung der Sperrfrist nach § 22 UmwStG: Zwischen Gründung der Holding und Verkauf sollten idealerweise 7 Jahre liegen, sonst kommt es zu einem Sperrfristverstoß mit rückwirkender Besteuerung.
Welche Private-Equity-Häuser sind in München besonders aktiv?
In München sitzen unter anderem Auctus Capital Partners (Fund VI 650 Mio. Euro, 2022), Paragon Partners (Fund IV 783 Mio. Euro, 2021), Afinum Management (Afinum X 625 Mio. Euro), Emeram Capital Partners (Fund II 400 Mio. Euro), Equistone Partners Europe (Fund VII 2,9 Mrd. Euro, deutsches Büro), Perusa Partners (Fund III 270 Mio. Euro, Special Situations), ARCUS Capital, Findos Investor und Growth Partners. Waterland Private Equity betreibt zusätzlich ein aktives München-Büro für Buy-and-Build.
Wie funktioniert die BAFA-Beratungsförderung für den Firmenverkauf?
Über das Programm “Förderung unternehmerischen Know-hows” fördert die BAFA KMU-Beratungen mit bis zu 3.500 Euro Zuschuss je Beratung bei 50 bis 80 Prozent Förderquote (abhängig vom Bundesland). Kumulierbar über bis zu drei Beratungen. Der Antrag ist vor Beratungsbeginn über die BAFA-Leitstelle zu stellen. Für Nachfolge- und Verkaufsberatung ist das Programm ausdrücklich anwendbar; kombinierbar mit IHK-Nachfolgeberatung und HWK-Angeboten für Handwerksbetriebe. Weitere Informationen zu Nachfolge und Übergabe in unserem DACH-Ressourcenzentrum.
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