M&A berater berlin: DACH-Leitfaden 2026 | CT Acquisitions

Aktualisiert Q3 2026 von CT Acquisitions.

M&A berater berlin: DACH-Leitfaden 2026 zu Auswahl, Honoraren, Prozess und Trade-offs

Wer einen M&A berater berlin sucht, steht in der Regel 12 bis 24 Monate vor dem Verkauf einer Firma mit 5 bis 100 Millionen Euro Enterprise Value und will professionelle Begleitung durch einen strukturierten Sell-Side-Prozess. Berlin ist neben Frankfurt, München, Hamburg, Wien und Zürich einer der aktivsten DACH-Standorte für M&A-Boutiquen im unteren Mittelstand, mit Häusern wie capiton AG, Odewald KMU, Cortent Capital, Saxenhammer und IEG sowie den lokalen Büros von Rothschild, Lincoln International und den Big Four. Dieser Leitfaden zeigt, was ein M&A berater berlin konkret leistet, welche Honorarmodelle üblich sind, wie der Prozess abläuft und wo die häufigsten Trade-offs zwischen Boutique, Regional-Investmentbank und Big-Four-Corporate-Finance liegen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein M&A berater berlin führt eine Firma in 6 bis 9 Monaten durch Vorbereitung, Marktansprache, Due Diligence und Signing bis zum Closing.
  • Boutique-Berater berechnen 1 bis 3 Prozent Success Fee auf den Enterprise Value plus Monats-Retainer von 10.000 bis 30.000 Euro (FINANCE Magazin).
  • Nach KfW Nachfolge-Monitor 2024 planen 560.000 Mittelständler bis 2027 eine Nachfolge, 190.000 ohne konkrete Lösung.
  • Median-Multiple im DACH-LMM liegt bei 6,0x bis 7,5x EBITDA für 3 bis 10 Millionen Euro EBITDA, Software zieht plus 2x bis 4x Premium (DUB Multiples-Report).
  • Die notarielle Beurkundung des GmbH-Anteilsverkaufs ist nach § 15 GmbHG zwingend, Notarkosten bei 10 Millionen Euro Kaufpreis rund 26.000 bis 35.000 Euro.
  • Steuerplanung startet 5 bis 7 Jahre vor dem Verkauf, nicht 5 bis 7 Monate, wegen § 22 UmwStG-Sperrfrist bei Holding-Strukturen.
  • Das BAFA-Beratungsprogramm bezuschusst Vorbereitungsberatung mit bis zu 3.500 Euro je Beratung, kumulierbar auf drei Beratungen.

Was macht ein M&A berater berlin konkret im Sell-Side-Mandat?

Ein M&A berater berlin übernimmt die operative Führung des Verkaufsprozesses: Erstellung des Informationsmemorandums, Bewertung nach Marktvergleich und IDW S1, Aufbau der Long-List internationaler Käufer, Verhandlung der Absichtserklärung, Koordination der Due Diligence, Steuerung des Datenraums über Anbieter wie Drooms oder Datasite und Verhandlung des Kaufvertrags bis zur notariellen Beurkundung. Ein typisches LMM-Mandat läuft 6 bis 9 Monate.

Die Kernleistungen eines M&A-Beraters lassen sich in fünf Blöcke gliedern. Erstens die Vorbereitung: bereinigte EBITDA-Darstellung, Vendor Due Diligence, Erstellung eines Financial Fact Books und des Informationsmemorandums von typisch 60 bis 120 Seiten. Zweitens die Marktansprache: strukturierte Long-List mit 30 bis 100 potenziellen Käufern, die in strategische Käufer, Finanzinvestoren und Family Offices segmentiert werden. Drittens die Prozess-Steuerung: NDA-Management, Q&A im virtuellen Datenraum, Management-Präsentationen und Site Visits. Viertens die Verhandlung: von der Absichtserklärung über die Kaufpreisformel (Locked Box oder Completion Accounts) bis zur Verhandlung von Garantien und Freistellungen im SPA. Fünftens der Vollzug: notarielle Beurkundung, Kartellfreigabe, Escrow-Aufsetzung und W&I-Policy.

Anders als ein reiner Unternehmensverkauf-Berater im engeren Sinne muss ein M&A-Berater auch das Zusammenspiel mit den flankierenden Beratern koordinieren: Steuerberater für § 8b KStG-Struktur, Rechtsanwalt für den Kaufvertragsentwurf, Wirtschaftsprüfer für die Vendor-Financial-Due-Diligence, ggf. Kartellrechtler für die BKartA-Anmeldung und die W&I-Broker. Diese Orchestrierungsleistung ist der Kern des Beraterhonorars.

Wie funktioniert der DACH-M&A-Markt 2026, in dem ein M&A berater berlin arbeitet?

Der DACH-M&A-Markt zählte 2024 rund 2.100 abgeschlossene Transaktionen in Deutschland, 315 in Österreich und 493 in der Schweiz, laut EY M&A Barometer und KPMG Clarity on M&A. 65 bis 70 Prozent aller Transaktionen entfallen auf den Lower Mid Market unter 250 Millionen Euro Enterprise Value, das Kernrevier eines Boutique-Beraters wie eines M&A berater berlin.

Der Markt hat sich 2024 bis 2026 nach dem Zinsschock 2022 bis 2023 stabilisiert. Das aggregierte Dealvolumen in Deutschland lag 2024 bei rund 82 Milliarden Euro nach 62 Milliarden Euro 2023 (EY M&A Barometer DACH H1 2025). Die Rückkehr der Sponsor-Käufer korreliert mit der Zinswende der EZB, deren Leitzins bis Ende 2025 von 4,50 Prozent auf 3,25 Prozent zurückging. Nach der BVK-Statistik 2024 stiegen die deutschen PE-Investitionen auf 12,3 Milliarden Euro nach 9,7 Milliarden 2023.

Der zweite strukturelle Treiber ist die Nachfolgekrise. Der KfW Nachfolge-Monitor 2024 zählt 560.000 mittelständische Unternehmen mit Nachfolgebedarf bis 2027, davon 190.000 ohne konkrete Lösung. Das IfM Bonn beziffert die jährliche Übergabewelle auf 42.000 Transaktionen bis 2027. Die externe Verkaufsquote stieg von 38 Prozent 2010 auf 54 Prozent 2024. Für einen M&A berater berlin bedeutet das strukturell steigende Mandatsverfügbarkeit.

Cross-Border spielt eine wachsende Rolle. Nach Merger Market DACH waren US-Käufer 2024 mit rund 190 Transaktionen die aktivsten ausländischen Investoren, vor UK und Frankreich. Sektorschwerpunkte sind IT-Services und MSPs, SHK-Handwerk im Wärmepumpen-Boom, Erneuerbare Energien, MedTech und Spezialchemie. Distressed M&A steigt: 2024 verzeichnete Deutschland 22.400 Unternehmensinsolvenzen (Destatis, plus 23 Prozent zum Vorjahr), Distressed-Verkäufe machten etwa 12 Prozent des Dealvolumens aus (Falkensteg Distressed M&A Studie 2025).

Welche EBITDA-Multiples zahlt der Markt aktuell im DACH-Mittelstand?

Nach dem Argos Wityu Index H2 2025, dem DUB Multiples-Report 2025 und dem FINANCE M&A Panel Q4 2025 zahlen Käufer im DACH-Mittelstand für Firmen mit 3 bis 10 Millionen Euro EBITDA einen Median von 6,0x bis 7,5x EV/EBITDA, mit Bandbreite 5,0x bis 9,0x. Für Software-Zielunternehmen kommt ein Premium von 2x bis 4x hinzu, für MedTech 1,5x bis 2,5x.

Die Multiples steigen deutlich mit dem EBITDA-Segment, ein Effekt der Größenprämie (Larger Deals ziehen mehr Bieter, professioneller aufgestellte Unternehmen, geringere Inhaberabhängigkeit). Ein M&A berater berlin sollte diese Bandbreiten ehrlich kommunizieren und nicht das obere Ende als Erwartungswert setzen.

Tabelle 1: EV/EBITDA-Multiples nach Größensegment im DACH-LMM 2025

EBITDA-Bandbreite Median EV/EBITDA Bandbreite (25 bis 75 Perzentil) Typischer Käufer
1 bis 3 Mio. Euro (Micro-Cap, Handwerk, Nischen-KMU) 4,5x bis 5,5x 3,5x bis 6,5x MBI, Search Fund, Family Office
3 bis 10 Mio. Euro (klassischer Mittelstand, LMM) 6,0x bis 7,5x 5,0x bis 9,0x PE-Plattform, strategischer Add-on-Käufer
10 bis 20 Mio. Euro (Upper LMM) 7,5x bis 9,5x 6,5x bis 11,0x PE Mid-Market, strategischer Konzern
20 bis 100 Mio. Euro (Mid Market) 9,0x bis 11,0x 8,0x bis 13,5x Bulge-Bracket-getriebene Auktion

Quellen: Argos Wityu Mid Market Index H2 2025, DUB Multiples-Report 2025, FINANCE M&A Panel Q4 2025, DBAG Multiples-Analyse Q4 2025.

Sektor-Premiums 2025: Software und SaaS plus 2x bis 4x, teilweise als Umsatzmultiple bei ARR-Modellen. MedTech und Pharma-Zulieferer plus 1,5x bis 2,5x. Erneuerbare Energien und Spezialmaschinenbau plus 1x bis 2x. SHK- und Elektro-Handwerk mit Rollup-Play 5,0x bis 7,0x, plus 1x bei wiederkehrenden Wartungsumsätzen über 30 Prozent des Umsatzes. Klassischer Maschinenbau als zyklische Kategorie minus 0,5x bis 1x. Distressed und Turnaround 3,0x bis 4,5x. Wer den Wert seiner Firma vorab bestimmen will, findet einen strukturierten Rahmen unter Firma verkaufen: Wert ermitteln.

Welche Private-Equity-Plattformen kaufen aktuell im DACH-Mittelstand?

Aktive DACH-PE-Plattformen im LMM-Segment sind unter anderem Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) mit Fund VIII über 1,1 Milliarden Euro, Auctus Capital Partners (Fund VI 650 Mio. Euro), Ufenau Capital Partners (Ufenau VII 1 Mrd. Euro), Waterland Private Equity (Waterland VIII 2,5 Mrd. Euro) und capiton AG (capiton VI 560 Mio. Euro). Diese Häuser bilden das Kernbieterfeld für einen M&A berater berlin bei EV zwischen 20 und 250 Millionen Euro.

Auf der deutschen Seite zählen zu den aktivsten Häusern DBAG (Frankfurt am Main, börsennotiert im SDAX, Kernsektoren Industrieautomation, Maschinenbau, IT-Services), Halder Beteiligungsberatung (Frankfurt, klassisches LMM-Buyout 25 bis 150 Mio. Euro EV), capiton AG (Berlin, Buyouts 30 bis 200 Mio. Euro), Nord Holding (Hannover, Evergreen-Struktur, breiter DACH-Mittelstand), Auctus Capital Partners (München, aktiv im Buy-and-Build für Dental, Optik, Veterinär, IT-Services), Paragon Partners (München, Fund IV 783 Mio. Euro), Findos Investor (München, oft Nachfolgesituationen 3 bis 25 Mio. Euro EV), Odewald KMU (Berlin, Deutschland-KMU 10 bis 50 Mio. Euro EV), Emeram Capital Partners (München), Equistone Partners Europe (München, Fund VII 2,9 Mrd. Euro), Afinum Management (München, Afinum X 625 Mio. Euro), VR Equitypartner (Frankfurt, Tochter der DZ Bank / Genossenschaftsbanken) und Rivean Capital (vormals Gilde Buy Out Partners, Frankfurt/Zug/Zürich).

Für Berlin spezifisch relevant sind capiton AG und Odewald KMU als lokale Buyout-Häuser sowie Cortent Capital und Saxenhammer als Berliner Boutiquen mit Berater-Rolle. In Österreich sind Invest AG (Linz, Oberbank-Gruppe), Ithuba Capital (Wien) und B&C Industrieholding (Wien) aktiv. In der Schweiz decken CGS Management (Pfäffikon SZ, Fund V CHF 500 Mio.), Invision Private Equity (Zug), Capvis Equity Partners (Zürich, Fund V CHF 1,2 Mrd.), Zurmont Madison (Zürich), Ufenau Capital Partners (Pfäffikon SZ, spezialisiert auf Nachfolge im B2B-Services, Bildung und Healthcare) und Patrimonium Private Equity (Baar) das Segment ab.

DACH-aktive europäische Sponsoren mit deutschen Büros sind Waterland Private Equity (Bussum NL, mit Büros in München, Hamburg, Zürich), Bencis Capital Partners (Düsseldorf, Fund VI 700 Mio. Euro), IK Partners (Hamburg, IK Small Cap III 1,2 Mrd. Euro), Bridgepoint (Frankfurt, Development Capital IV), Triton Partners (Frankfurt, Smaller Mid-Cap Fund II) und Ardian (Frankfurt, Buyout Fund VIII).

Unsere Perspektive: In unserer Beratung DACH-Unternehmern fällt uns immer wieder auf, wie sehr das Bieterfeld über die letzten drei Jahre US-lastiger geworden ist. Wo 2018 ein M&A berater berlin einen Sell-Side-Prozess mit 15 europäischen Sponsoren aufsetzte, senden wir 2026 unsere Teaser gleichermaßen an Advent International Boston, Thoma Bravo Chicago und Vista Equity Partners Austin. Für Verkäufer mit einem sauberen Track Record ist die transatlantische Bieterkonkurrenz häufig der Unterschied zwischen einem 7,0x- und einem 8,5x-Multiple. Genau deshalb sitzt unser Team in Nashville, spricht aber Deutsch und Französisch.

Was kostet ein M&A berater berlin: Honorare, Retainer und Success Fees?

Ein M&A berater berlin berechnet im LMM-Segment typischerweise einen Monats-Retainer von 10.000 bis 30.000 Euro, eine Success Fee von 1 bis 3 Prozent des Enterprise Value nach modifizierter Lehman-Skala und eine Untergrenze von 150.000 bis 500.000 Euro. Boutiquen sind günstiger als Big Four bei kleineren Deals, teurer bei sehr großen. BAFA fördert die Vorbereitungsberatung mit bis zu 3.500 Euro Zuschuss pro Beratung.

Tabelle 2: Honorarvergleich Boutique-Berater, Big Four, Bulge-Bracket im DACH-LMM

Berater-Typ Kern-EV-Bereich Success Fee (% EV) Monats-Retainer Mindest-Success-Fee Beispiel-Häuser DACH
Nischen-Boutique DACH 3 bis 50 Mio. Euro 2,0 bis 3,5 % 10.000 bis 20.000 Euro 150.000 bis 250.000 Euro Concentro, Klein & Coll., Proventis Partners, Cortent Capital, Saxenhammer
Internationale LMM-Boutique 15 bis 250 Mio. Euro 1,5 bis 2,5 % 15.000 bis 30.000 Euro 300.000 bis 500.000 Euro Lincoln International, Oaklins, Alantra, Livingstone, ACXIT
Big-Four Corporate Finance 10 bis 500 Mio. Euro 1,0 bis 2,0 % 20.000 bis 40.000 Euro 350.000 bis 750.000 Euro KPMG CF, EY-Parthenon CF, PwC Deals, Deloitte CF
Regional-IB / Bank 50 bis 500 Mio. Euro 1,0 bis 1,75 % 25.000 bis 50.000 Euro 500.000 bis 1 Mio. Euro Commerzbank CF, DZ Bank CF, NORD/LB, UBS CF
Bulge-Bracket / Elite-Boutique 150 Mio. Euro plus 0,75 bis 1,5 % 50.000 Euro plus 1 Mio. Euro plus Rothschild & Co, Lazard, Houlihan Lokey, William Blair, Jefferies

Quellen: Mergermarket 2024 Advisory Study, BVK Statistik 2024, interne Marktbeobachtung CT Acquisitions.

Die Success Fee ist nach der klassischen Lehman-Skala modifizierbar: 5 Prozent auf die ersten 1 Million, 4 Prozent auf die zweite Million, 3 Prozent auf die dritte, 2 Prozent auf die vierte, 1 Prozent auf alles darüber. Für einen 20-Millionen-Deal ergibt das rund 340.000 Euro Fee, das entspricht 1,7 Prozent effektiv. Häufig verhandelt: eine “Reverse Lehman”, bei der der Berater bei höheren Verkaufspreisen prozentual stärker verdient (Incentive-Alignment).

Milestone Fees sind bei kleineren Boutique-Mandaten üblich: 50.000 Euro bei Signing der Absichtserklärung, weitere 50.000 Euro bei Kaufvertrags-Signing. Die BAFA-Beratungsförderung deckt die Vorbereitungsberatung mit bis zu 3.500 Euro pro Beratung, kumulierbar auf drei Beratungen, sofern die Beratung vor Beginn beim BAFA angemeldet wird. Nicht abgedeckt ist die eigentliche Sell-Side-Mandats-Phase.

Wie unterscheidet sich Asset Deal von Share Deal aus steuerlicher Sicht?

Beim Share Deal übertragen Sie GmbH-Anteile nach § 15 GmbHG, versteuert nach dem Teileinkünfteverfahren § 17 EStG mit effektiv rund 28,5 Prozent bei Spitzensteuersatz. Beim Asset Deal veräußert Ihre GmbH einzelne Wirtschaftsgüter, was voll mit Körperschaftsteuer plus Gewerbesteuer plus Solidaritätszuschlag von rund 30 Prozent auf stille Reserven belastet wird. Käufer präferieren Asset Deal wegen Step-Up der Buchwerte, Verkäufer präferieren Share Deal.

Die effektive Belastung beim Share Deal durch natürliche Person: 60 Prozent des Veräußerungsgewinns fließen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz (bis 45 Prozent) plus Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent auf die ESt, für Hochverdiener) ein, 40 Prozent bleiben steuerfrei. Bei Spitzensteuersatz ergibt das 60 Prozent x 47,475 Prozent, also rund 28,5 Prozent effektive Belastung. Deutlich günstiger als der reguläre Unternehmens-Steuersatz von rund 30 Prozent.

Beim Verkauf über eine vorgeschaltete Holding-GmbH greift § 8b KStG: 95 Prozent des Verkaufsgewinns sind bei der Holding steuerfrei, 5 Prozent gelten als nicht abziehbare Betriebsausgabe. Effektive Belastung auf Holding-Ebene: 5 Prozent x rund 30 Prozent, also rund 1,5 Prozent. Vorsicht: Die Sperrfrist nach § 22 UmwStG beträgt 7 Jahre bei Einbringung zu Buchwerten. Wer die Holding zwölf Monate vor Verkauf gründet, riskiert einen Sperrfristverstoß mit rückwirkender Volltaxierung. Details zu allen Steuern finden Sie unter Firma verkaufen: Steuern.

Für den Käufer ist der Asset Deal steuerlich vorteilhaft: Die Kaufpreis-Allokation (“Purchase Price Allocation”) ermöglicht den Step-Up der Buchwerte und die Abschreibung des Firmenwerts über 15 Jahre nach § 7 EStG. Der Share Deal hingegen führt zu keinem Step-Up. Der klassische Kaufpreiskompromiss: Bei Asset Deal erwartet der Verkäufer einen höheren Nominal-Kaufpreis als Ausgleich für die Steuer-Nachteile. Bei Immobilien-Übertragung im Asset Deal fällt zusätzlich Grunderwerbsteuer an, in Berlin 6,0 Prozent, in Bayern 3,5 Prozent, in Brandenburg 6,5 Prozent (Deutsche Bundesbank Länder-Tabelle GrESt 2026).

Welche §16 EStG-Freibeträge gelten beim Verkauf?

Der Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG beträgt 45.000 Euro, kürzt sich aber um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn 136.000 Euro übersteigt. Ab einem Gewinn von 181.000 Euro ist der Freibetrag vollständig aufgezehrt. Für LMM-Verkäufe ist er praktisch irrelevant. Deutlich wichtiger ist der ermäßigte Steuersatz nach § 34 EStG bei Vollendung des 55. Lebensjahres, einmal im Leben nutzbar, für Veräußerungsgewinne bis 5 Millionen Euro.

Voraussetzungen für den Freibetrag: Vollendung des 55. Lebensjahres oder dauernde Berufsunfähigkeit. Der ermäßigte Steuersatz beträgt 56 Prozent des Durchschnittssteuersatzes, mindestens 14 Prozent, und ist einmal pro Lebenszeit in Anspruch zu nehmen. Alternativ steht die Fünftelregelung nach § 34 Abs. 1 EStG offen, ohne Altersgrenze, aber mit geringerer Entlastungswirkung bei hohen Progressionsstufen.

Wichtig: Der Begriff “Halbeinkünfteverfahren” wird umgangssprachlich noch verwendet, ist aber seit 2009 durch das Teileinkünfteverfahren abgelöst. Korrekt heute: 60 Prozent steuerpflichtig, 40 Prozent steuerfrei. Ein M&A berater berlin, der noch von Halbeinkünfteverfahren spricht, ist aktuell überholt und wirkt unprofessionell.

Wie lange dauert ein M&A berater berlin-Prozess vom Mandat bis zum Closing?

Ein DACH-LMM-Sell-Side-Prozess mit 5 bis 50 Millionen Euro EV in einem betreuten Auktionsverfahren dauert typischerweise 6 bis 9 Monate vom Mandat bis zum Signing, plus 4 bis 12 Wochen bis zum Closing für Kartellfreigaben und Bedingungen. Bei bilateralen Verhandlungen ohne Auktion ist der Prozess mit 3 bis 5 Monaten deutlich kürzer, dafür oft mit niedrigerem Kaufpreis wegen fehlender Bieterkonkurrenz.

Tabelle 3: Standard-Timeline eines DACH-LMM-Sell-Side-Prozesses

Phase Dauer Kernaktivität Verantwortlich
Vorbereitung 6 bis 10 Wochen Vendor DD, Informationsmemorandum, Financial Fact Book, Long-List, NDA-Pack Berater, Steuerberater, WP
Marktansprache Phase 1 3 bis 4 Wochen Teaser-Versand, NDA-Rücklauf, IM-Freigabe an Interessenten Berater
Indikative Angebote (IOIs) 4 Wochen Bewerber legen indikative Angebote vor Käufer
DD und Management Presentations 6 bis 10 Wochen Datenraum offen, Q&A-Prozess, Site Visits Berater, Verkäufer, Käufer
Verbindliche Angebote 2 bis 3 Wochen Binding Offers inklusive markierter SPA Käufer, Rechtsberater
Verhandlung und Signing 3 bis 6 Wochen SPA-Verhandlung, Notariat, Signing Berater, Rechtsanwälte, Notar
Closing (Vollzug) 4 bis 12 Wochen Kartellfreigabe, Bedingungen, Kaufpreiszahlung Kartellrechtler, Notar, Escrow-Agent

Quelle: Standard-Timeline nach EY Deal Advisory und KPMG Corporate Finance Best Practice DACH 2024/2025.

Die Vorbereitungsphase ist der wichtigste Werttreiber. Wer sechs Monate vor dem Prozess in die bereinigte EBITDA-Darstellung investiert, Kunden-Konzentrationen adressiert, das Management-Team-Continuity sichert und die Steuerhistorie sauber aufarbeitet, kann laut Empirie 15 bis 30 Prozent höhere Multiples erzielen. Wer unvorbereitet in den Datenraum geht, verliert Käufer im Phase-2-Screening und muss den Prozess nachtreten (Signal-Effekt: “Verkäufer nicht seriös”).

Welche Unterlagen erwarten Käufer im Datenraum?

Marktführende Virtuelle Datenräume in DACH sind Datasite, Intralinks (SS&C), Firmex, iDeals, Ansarada und der deutsche Anbieter Drooms mit Frankfurt-HQ. Ein LMM-Datenraum enthält typischerweise 800 bis 3.000 Dokumente in 8 Sektionen: Corporate, Financial, Tax, Legal, HR, IT, Commercial, Environmental. Q&A-Volumen liegt bei 200 bis 500 Fragen im LMM-Deal und über 1.000 im Mid-Market.

Die Standard-Sektionen: Corporate (Handelsregisterauszüge, Gesellschafterlisten, Satzungen, Beschlüsse, Beteiligungsstrukturen), Financial (Jahresabschlüsse letzter 3 bis 5 Jahre, Management-Reports, aktuelle BWA, Financial Plan), Tax (Steuerbescheide letzter 5 Jahre, laufende Betriebsprüfungen, Verrechnungspreisdokumentation, Umsatzsteuer-ID), Legal (wesentliche Verträge nach Materialgrenzen, IP-Portfolio, Litigation-Register, Compliance-Dokumentation, DSGVO-Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten), HR (Mitarbeiterliste anonymisiert, Arbeitsverträge Muster, Tarifbindung, Betriebsvereinbarungen, Pensionsverpflichtungen nach § 4b BetrAVG), IT (Systemarchitektur, Lizenzverträge, Cybersecurity-Assessment), Commercial (Top-Kundenliste anonymisiert oder maskiert, Verträge mit Kunden und Lieferanten, Marktanalysen), Environmental (Altlastenuntersuchungen, EU-Taxonomie-Berichtsvorbereitung, CSRD-Assessment relevant ab 250 Mitarbeitern oder 50 Millionen Euro Umsatz).

Ein M&A berater berlin steuert typischerweise auch die Datenraum-Zugriffsstufen: Grün-Datenraum (öffentlich für alle NDA-Unterzeichner), Gelb-Datenraum (nur qualifizierte Bieter nach IOI), Rot-Datenraum (nur finaler Bieter, oft Clean-Team-Ansatz für wettbewerblich sensible Informationen). Bei kartellrechtlich sensiblen Deals wird oft ein “Clean Team” eingesetzt: unabhängige Berater erhalten die sensiblen Daten, die Käufer selbst nicht.

Wie läuft die notarielle Beurkundung des GmbH-Anteilsverkaufs?

Nach § 15 Abs. 3 und 4 GmbHG sind sowohl der schuldrechtliche Kaufvertrag als auch der dingliche Übertragungsakt beim GmbH-Anteilsverkauf zwingend notariell zu beurkunden. Die Notarkosten richten sich nach dem GNotKG und dem Geschäftswert. Bei 10 Millionen Euro Kaufpreis fallen rund 26.000 bis 35.000 Euro Notarkosten für Kaufvertrag und Vollzug an, bei 25 Millionen Euro rund 45.000 bis 60.000 Euro.

Der Ablauf: Termin wird typischerweise 2 bis 4 Wochen vor Signing beim Notar reserviert (in München und Frankfurt Terminkalender oft voll). Der Notar erhält den finalen SPA-Entwurf spätestens 3 Werktage vorher zur Prüfung. Am Beurkundungstermin wird der komplette Vertrag verlesen (bei komplexen Deals 4 bis 8 Stunden), Fragen der Beteiligten werden protokolliert, Änderungen live eingebaut. Nach Unterschrift und Notarsiegel erfolgt der Vollzug: Handelsregister-Anmeldung durch den Notar, Änderung der Gesellschafterliste nach § 40 GmbHG, Verwahrung der Anteilszertifikate.

In Österreich ist statt der notariellen Beurkundung ein Notariatsakt nach § 76 GmbHG erforderlich, mit vergleichbarer Praxis. In der Schweiz gilt die öffentliche Beurkundung nach Art. 785 OR für die Übertragung von Stammanteilen der GmbH, während AG-Aktien formfrei durch Indossament oder Zession übertragen werden können.

Welche BKartA-Fusionskontrollschwellen sind zu beachten?

Nach § 35 GWB muss das Bundeskartellamt angerufen werden, wenn die Beteiligten weltweit über 500 Millionen Euro umsetzen, ein Beteiligter im Inland über 50 Millionen Euro und ein weiterer über 17,5 Millionen Euro erzielt. Die Bagatellklausel § 35 Abs. 2 GWB stellt den Deal frei, wenn die Zielgesellschaft im Vorjahr weniger als 20 Millionen Euro Inlandsumsatz hatte. Viele LMM-Deals sind daher anmeldefrei.

Zusätzlich gilt seit 2021 die Transaktionswertschwelle: Bei einem Kaufpreis über 400 Millionen Euro, einer Zielgesellschaft mit erheblicher Inlandstätigkeit, weltweitem Umsatz eines Beteiligten über 500 Millionen Euro und Inlandsumsatz eines Beteiligten über 50 Millionen Euro entsteht Anmeldepflicht, auch ohne klassische Umsatzschwelle der Zielgesellschaft. Relevant für Tech-Deals mit geringen Umsätzen, aber hohen Bewertungen.

In Österreich sind KartG-Schwellen 300 Millionen Euro Weltumsatz und 30 Millionen Euro Österreich-Umsatz, in der Schweiz KG-Schwellen 2 Milliarden CHF Weltumsatz oder 500 Millionen CHF Schweiz-Umsatz. Auf EU-Ebene greift die FKVO 139/2004 ab 5 Milliarden Euro Weltumsatz mit zwei Beteiligten je über 250 Millionen Euro EU-Umsatz. Bei EU-Anmeldung entfällt die nationale Prüfung (“One-Stop-Shop”). Ein M&A berater berlin bindet bei komplexen Sachverhalten frühzeitig eine Kanzlei wie Hengeler Mueller, Freshfields, Gleiss Lutz, Latham & Watkins oder für den LMM-Bereich Heuking Kühn Lüer Wojtek, Luther oder Noerr ein.

Wie strukturiert man Earn-Out und Kaufpreis-Anpassungen?

Nach dem FINANCE M&A Panel Q4 2024 enthielten rund 34 Prozent aller DACH-LMM-Sponsor-Deals eine Earn-Out-Komponente, ein Anstieg von 22 Prozent 2021. Typische Struktur: 20 bis 40 Prozent des Kaufpreises als Earn-Out, Laufzeit 2 bis 3 Jahre, KPI meist EBITDA (streitanfällig) oder Umsatz (weniger streitanfällig). Bewertungsgap zwischen Käufer- und Verkäufererwartung ist der Haupttreiber.

Die Kaufpreisformel ist strategisch zu wählen. Locked Box: fixer Kaufpreis auf Basis einer Referenzbilanz zum Locked-Box-Datum, Verkäufer garantiert No Leakage bis Closing, Käufer trägt operatives Risiko und profitiert von Erträgen ab Locked-Box-Datum, üblich Value Accrual (“Ticker”). In Europa dominante Struktur, rund 60 bis 70 Prozent Anteil in DACH-Deals nach Freshfields Locked Box Study 2024. Completion Accounts (Closing Accounts): Kaufpreis wird nach Closing anhand einer Stichtagsbilanz angepasst. Aufwändiger, streitanfälliger, US-Standard. Working-Capital-Anpassung ist typischerweise der größte Streitpunkt bei Post-Closing-Adjustierungen; die Definition der “Normal Working Capital”-Referenzgröße (Durchschnitt letzter 12 Monate ist Standard) muss präzise sein.

Garantien und Freistellungen (Reps & Warranties): Tier 1 sind Title & Capacity (Eigentümerschaft, Handlungsfähigkeit, Kapitalstruktur), unbeschränkt oder bis Kaufpreis haftend. Tier 2 sind Business Reps (Steuern, Arbeitnehmer, IP, Umwelt, wesentliche Verträge, Compliance, IT), beschränkt durch Cap, Basket, De-Minimis. Cap typisch 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises für Business Reps, 100 Prozent oder Kaufpreis für Fundamental Reps. De-Minimis: einzelne Ansprüche unter 25.000 bis 100.000 Euro nicht anspruchsbegründend. Basket: Ansprüche werden erst ab Aggregatschwelle 0,5 bis 1 Prozent des Kaufpreises geltend gemacht. Verjährung Business Reps 18 bis 24 Monate, Tax und Environmental 5 bis 7 Jahre, Fundamental Reps 5 Jahre plus.

W&I-Versicherung (Warranty & Indemnity): Marktdurchdringung DACH-LMM 2024 rund 45 Prozent bei Deals über 25 Millionen Euro EV, in Sponsor-to-Sponsor-Deals über 75 Prozent (Marsh JLT Global M&A Insurance Trends Report 2024/2025). Prämie 0,9 bis 1,4 Prozent der Deckungssumme, Deckungssumme typisch 10 bis 30 Prozent des Kaufpreises. Aktive DACH-Anbieter: AIG, Marsh, Aon, Howden M&A, Willis Towers Watson, BMS, Liberty Global Transaction Solutions, HDI Global Specialty, Chubb, AXA XL, Euclid Transactional.

Wie interviewt man einen deutschen M&A-Berater richtig?

Ein strukturiertes Berater-Interview umfasst fünf Themenblöcke: Sektor-Erfahrung (mindestens 5 abgeschlossene Deals im gleichen Sektor letzter 3 Jahre), Käufernetzwerk (Long-List mit realen Kontaktnamen, nicht nur Firmennamen), Team-Set-Up (Senior vor Junior, Managing Director aktiv beteiligt), Honorarstruktur (transparente Fee-Struktur ohne versteckte Success-Fee-Boosts) und Referenzen (drei Verkäufer der letzten 24 Monate zum Anrufen).

Konkrete Fragen an einen M&A berater berlin im Erstgespräch: Wie viele Sell-Side-Deals in unserem Sektor haben Sie in den letzten 36 Monaten abgeschlossen? Welche Multiples haben Sie erzielt und wie groß war die Bandbreite? Nennen Sie mir fünf konkrete Käufer, die Sie in den ersten zwei Wochen ansprechen würden, mit Ansprechpartner und Grund. Wer wird das Mandat operativ führen: der Managing Director aus dem Pitch oder ein Associate im Hintergrund? Wie ist Ihre Success-Fee-Untergrenze und ab welchem Kaufpreis endet die Reverse-Lehman-Skala? Können Sie mir drei Verkäufer nennen, die Sie 2024 oder 2025 mandatiert haben, mit Erlaubnis zum Anruf?

Typische Warnsignale bei einem Berater: unklare Success-Fee-Struktur mit “wir passen das dem Ergebnis an”, Pitch-Deck mit anonymisierten Referenzen (“führender Mittelstandsverkauf”), Sales-Rhetorik ohne konkrete Multiple-Angaben, kein klarer Managing-Director-Commitment, keine Bereitschaft, drei Referenz-Verkäufer zu nennen. Wer diese Signale sieht, hat einen “Junior-Deal-Broker” vor sich, keinen Senior-M&A-Berater.

Welche Red Flags sollten Sie beim Beraterprozess vermeiden?

Die häufigsten Prozess-Red-Flags sind: unvorbereiteter Datenraum am Prozessstart (signalisiert Amateurismus), unrealistische Preiserwartung (killt Bieterinteresse), Verkäufer als Verhandlungsfront allein (emotionale Verzerrung), fehlende Vendor Due Diligence (Käufer entdecken alle Themen selbst und diskontieren), einzelner Bilateral-Käufer statt Auktion (Preisverlust 15 bis 30 Prozent).

Auf der Berater-Seite sind Red Flags: Success Fee unter 1 Prozent EV bei LMM-Deal (Berater hat keinen Anreiz, das obere Ende zu verhandeln), Team ohne CM&AA- oder MMI-Zertifizierung, Berater ohne aktive Deals in den letzten 6 Monaten (kein aktuelles Käufer-Netzwerk), Berater, der einen Deal in 3 Monaten verspricht (unrealistisch bei LMM-Auktion), Boutique mit einer Person (Ausfallrisiko).

Auf der Käuferseite: Käufer, der auf Exklusivität ohne LOI besteht, Käufer, der eine unrealistisch hohe indikative Bewertung nennt und dann in der DD systematisch nach unten verhandelt (“Chipping”), Käufer, der die Investmentkommittee-Zustimmung erst nach Signing einholt (Signing-to-Closing-Risiko), Käufer ohne dokumentierte Finanzierungszusage. Ein erfahrener Berater filtert diese Käufer im IOI-Screening heraus. Wer die Nachfolgeoptionen ohne externen Verkauf verstehen will, findet einen Überblick unter Nachfolge.

Wie unterscheiden sich M&A-Berater in Berlin, München, Frankfurt und Zürich?

Berlin dominiert bei Tech, Digital und Impact/Cleantech (IEG, Cortent Capital, Saxenhammer, Odewald KMU, capiton AG). München ist Sitz der meisten Industrie-Boutiquen (Auctus, Paragon, Findos, Emeram, Equistone). Frankfurt bündelt die internationalen Investmentbanken (Rothschild, Lazard, Houlihan Lokey, Lincoln International DE-HQ) und Big-Four-CF. Zürich ist Sitz der Schweizer Boutiquen (Capvis, CGS, Invision, Ufenau).

Für einen Berliner Mittelständler stellt sich damit eine Wahl zwischen räumlicher Nähe zum Berater und Sektor-Passung. Ein Berlin-Software-Deal wird typischerweise von IEG oder Cortent Capital in Berlin geführt, weil das Team lokal ansässig ist und den Digital-Käufermarkt kennt. Ein Berlin-Industrieunternehmen mit 15 Millionen EBITDA landet häufig bei Lincoln International (Frankfurt HQ, aber Berlin-Präsenz), Alantra oder Oaklins. Ein Berlin-basiertes Nachfolge-Mandat mit 3 Millionen EBITDA passt zu Findos Investor (München) oder einer regionalen Boutique.

Big-Four-Corporate-Finance in Berlin (KPMG, EY-Parthenon, PwC, Deloitte) bearbeitet insbesondere Prozesse mit komplexer Steuerstruktur (§ 8b KStG Holding), grenzüberschreitendem Fokus oder Distressed-Aspekten. Die Big Four dominieren die Buy-Side-Due-Diligence mit rund 65 Prozent Marktanteil im DACH-LMM (Mergermarket 2024 Advisory Study). Für die Sell-Side sind sie stärker bei größeren Deals ab 30 Millionen EV.

Welche Nachfolgeförderungen entlasten das Beraterhonorar?

Die BAFA-Beratungsförderung bezuschusst Vorbereitungsberatung mit bis zu 3.500 Euro je Beratung, kumulierbar auf drei Beratungen, mit 50 bis 80 Prozent Förderquote je Bundesland. Der ERP-Gründerkredit KfW 067/068 finanziert Übernehmer bis 25 Millionen Euro Kreditvolumen. Das ERP-Kapital für Gründung (KfW 058) stellt Nachrangdarlehen bis 500.000 Euro bereit, eigenkapitalstärkend für Käufer.

Das BAFA-Programm “Förderung unternehmerischen Know-hows” ist der Standardweg für Vorbereitungsberatung. Antrag wird vor Beratungsbeginn beim BAFA gestellt, Beratung durch akkreditierten Berater durchgeführt, Nachweis nach Abschluss eingereicht. In der Praxis deckt es die IHK-Erstberatung, eine erste Nachfolgeplanung und ein Bewertungsgutachten ab, nicht aber die eigentliche Sell-Side-Mandatsphase.

Die IHK-Nachfolgeberatung ist in allen 79 IHKs kostenfrei für die Erstberatung. Handwerkskammern bieten ein analoges Programm, besonders relevant, weil das Nachfolgeproblem im Handwerk mit rund 125.000 Handwerksbetrieben ohne Nachfolgeregelung am akutesten ist (ZDH-Zahl 2024). In Österreich bietet die WKO mit follow-me.at eine kostenlose Plattform. In der Schweiz übernimmt kmu.admin.ch die staatliche Nachfolgeberatung.

Welche österreichischen und schweizerischen Besonderheiten gelten?

In Österreich beträgt die KESt auf Veräußerungsgewinne 27,5 Prozent (§ 27a EStG), ohne Progression. Der Hälftesteuersatz nach § 37 EStG gilt ab Vollendung des 60. Lebensjahres und Einstellung der Erwerbstätigkeit. In der Schweiz sind Kapitalgewinne im Privatvermögen nach Art. 16 Abs. 3 DBG grundsätzlich steuerfrei, aber indirekte Teilliquidation und Transposition sind Fünf-Jahres-Fallen.

Für Österreich gilt seit 2024 ein Körperschaftsteuersatz von 23 Prozent (schrittweise Absenkung von 25 Prozent 2021 auf 23 Prozent 2024). Die Beteiligungsertragsbefreiung nach § 10 KStG stellt Gewinne aus internationalen Schachtelbeteiligungen (über 10 Prozent Anteil, 1 Jahr Haltefrist) steuerfrei. Aktive Wiener M&A-Berater sind Oaklins Austria, ACXIT Capital Partners Wien, Erste Group Corporate Finance und Raiffeisen Investment AG. Wichtige Wiener Kanzleien: Wolf Theiss, Schönherr, Binder Grösswang, CMS Reich-Rohrwig Hainz.

Für die Schweiz sind die kantonalen Unterschiede der Gewinnsteuer zentral. Effektive Gesamtbelastung 2025 laut KPMG Swiss Tax Report: Zug 11,85 Prozent, Nidwalden 11,97 Prozent, Luzern 12,15 Prozent, Zürich Stadt 19,65 Prozent, Bern Stadt 21,04 Prozent, Genf 14,00 Prozent. Der Beteiligungsabzug nach Art. 69 f. DBG reduziert die Steuer bei qualifizierten Beteiligungen (mindestens 10 Prozent Anteil und mindestens 1 Million CHF Verkehrswert, 1 Jahr Haltefrist) praktisch auf nahe null. Die Schweizer Kernvorteile machen die Standortwahl vor dem Verkauf strategisch relevant, verlangen aber 5 Jahre Vorlauf zur Vermeidung der indirekten Teilliquidation. Aktive Zürcher M&A-Berater sind Capvis, CGS Management, Ufenau, Alantra Schweiz, Oaklins Binder AG. Führende Kanzleien: Bär & Karrer, Homburger, Lenz & Staehelin, Niederer Kraft Frey, Walder Wyss.

Was passiert nach dem Signing bis zum Closing?

Zwischen Signing und Closing (typisch 4 bis 12 Wochen) müssen die Vollzugsbedingungen erfüllt werden: Kartellfreigabe durch BKartA/BWB/WEKO/EU-Kommission, ggf. Investitionsprüfung nach AWG/AWV (Deutschland), InvKG (Österreich), Investitionsprüfgesetz (Schweiz), BaFin-Inhaberkontrollverfahren bei Finanzsektor, W&I-Policy-Aktivierung, Escrow-Aufsetzung, Kaufpreiszahlung und formelle Anteilsübertragung.

Escrow und Treuhand: Bei Deals ohne W&I sind 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises typische Escrow-Höhe, mit W&I nur 2 bis 5 Prozent. Laufzeit meist 18 bis 24 Monate für allgemeine Ansprüche, mit separatem Steuer-Escrow bis Verjährungsende der Betriebsprüfung (5 bis 7 Jahre). Escrow-Agents in DACH: Deutsche Bank Trust, HSBC Trinkaus, Bank J. Safra Sarasin, notarielle Anderkonto-Verwahrer.

Non-Compete: Verkäufer verpflichtet sich zu einem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot 2 bis 4 Jahre, geografisch und sachlich beschränkt. Nach BGH-Rechtsprechung sind maximal 5 Jahre für Gesellschafterverkäufe zulässig, in der Praxis 2 bis 3 Jahre üblich. Karenzentschädigung wird für Angestellte nach § 74 HGB verlangt, nicht bei Gesellschafterverkäufen.

Wie sind reale DACH-LMM-Deals 2024 bis 2026 gelaufen?

Beispiele aus dem DACH-LMM 2024 bis 2026: Metallbau Windeck (Nachfolge, Nord Holding), Bümach Engineering (DBAG Add-on 2024), Karl Marbach GmbH (Afinum-Verkauf 2024), DUALIS GmbH IT Solution (BID Equity Beteiligung 2024), 1KOMMA5° (Cleantech-Rollup, Bewertung rund 1 Milliarde Euro 2024), Weber Building Group (Waterland Portfolio, 30 Add-ons SHK 2022 bis 2025).

Im IT-Services-Segment: IT-On.NET München (Verkauf an Bridgepoint-Portfolio 2024, MSP-Rollup-Strategie), iCONNECT Group (MSP-Verbund von Ufenau Capital 2022 bis 2025 aufgebaut), Deutsche Glasfaser (7 Milliarden Euro Bewertung 2024 nach EQT- und OMERS-Investment), The Reach Group München (Waterland-Portfolio Digital-Agenturen).

Im Healthcare-Bereich: Aspermont Medical Group (Zahnarzt-MVZ-Verbund, Verkauf durch Nordic Capital an PAI Partners 2024, EV rund 1,3 Milliarden Euro), DentConnect (Dental-Rollup Auctus Capital), Comitas (Tierarzt-Verbund Nordic Capital), Prospitalia (EQT Value Fund 2024). Cross-Border US zu DACH: KKR-Erwerb der Encavis AG 2024 mit 2,8 Milliarden Euro EV (Take-Private-Transaktion Hamburger Solarpark-Betreiber), Advent International Add-ons in deutschen Portfoliogesellschaften, Bain Capital Übernahme Vistec Semiconductor Systems 2023.

US-Search-Funds und ETA-Akquisitionen: Nach der Stanford Search Fund Studie 2024 gab es rund 15 bis 25 dokumentierte US-Search-Fund-Käufe in DACH 2022 bis 2024, typisch EV 5 bis 25 Millionen Euro, Fokus B2B-Services, Nischen-Industrie, Nachfolgelösungen. Für den DACH-Markt sind 45 aktive deutschsprachige Search-Fund-Sucher 2025 dokumentiert (Deutsche Search Fund Konferenz Frankfurt Oktober 2025).

Bereit für den nächsten Schritt?

Wenn Sie 6-18 Monate von einem Unternehmensverkauf entfernt sind und einen deutschsprachigen M&A-Berater suchen, der internationale Käufer erreichen kann, ist ein 30-minütiges Erstgespräch der richtige nächste Schritt. Kein Vertrag, kein Retainer, nur Klarheit über Ihre Optionen.

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Häufig gestellte Fragen

Was macht ein M&A berater berlin konkret?

Ein M&A berater berlin begleitet den gesamten Verkaufsprozess einer Firma. Dazu gehören Bewertung, Erstellung des Informationsmemorandums, Käufer-Ansprache über eine Long-List, Steuerung des Datenraums, Verhandlung der Absichtserklärung, Koordination der Due Diligence, Verhandlung des Kaufvertrags und Begleitung bis zur notariellen Beurkundung. Der Prozess dauert bei einem Verkauf im unteren Mittelstand typischerweise 6 bis 9 Monate.

Was kostet ein M&A berater berlin?

Boutique-Berater berechnen im DACH-Raum einen Monats-Retainer von 10.000 bis 30.000 Euro und eine Success Fee von 1 bis 3 Prozent des Enterprise Value, mit einer Untergrenze von 150.000 bis 500.000 Euro. BAFA fördert die Vorbereitungsberatung mit bis zu 3.500 Euro Zuschuss pro Beratung, kumulierbar auf bis zu drei Beratungen.

Welches Multiple kann ich für meine Firma erwarten?

Nach dem FINANCE M&A Panel Q4 2025 und dem Argos Wityu Index H2 2025 zahlen Käufer im DACH-Mittelstand für Unternehmen mit 3 bis 10 Millionen Euro EBITDA einen Median von 6,0x bis 7,5x EV/EBITDA. Für 10 bis 20 Millionen Euro EBITDA sind 7,5x bis 9,5x üblich. Sektor-Premiums für Software liegen bei plus 2x bis 4x, für MedTech bei plus 1,5x bis 2,5x.

Wie unterscheidet sich Asset Deal vom Share Deal?

Beim Share Deal werden die GmbH-Anteile übertragen. Beim Asset Deal wechseln einzelne Wirtschaftsgüter den Eigentümer. Verkäufer präferieren den Share Deal wegen des Teileinkünfteverfahrens nach § 17 EStG mit effektiv rund 28,5 Prozent Steuerbelastung. Käufer präferieren den Asset Deal wegen des Step-Up der Buchwerte und der Firmenwert-Abschreibung über 15 Jahre nach § 7 EStG.

Muss der Verkauf notariell beurkundet werden?

Ja. Nach § 15 Abs. 3 und 4 GmbHG ist die notarielle Beurkundung sowohl des schuldrechtlichen Kaufvertrags als auch des dinglichen Übertragungsakts zwingend erforderlich. Bei einem Kaufpreis von 10 Millionen Euro fallen nach GNotKG rund 26.000 bis 35.000 Euro Notarkosten für Vertrag und Vollzug an.

Ab welcher Größe greift die BKartA-Fusionskontrolle?

Nach § 35 GWB muss das Bundeskartellamt angerufen werden, wenn die Beteiligten weltweit über 500 Millionen Euro umsetzen, ein Beteiligter im Inland über 50 Millionen Euro und ein weiterer über 17,5 Millionen Euro erzielt. Die Bagatellklausel nach § 35 Abs. 2 GWB stellt den Deal frei, wenn die Zielgesellschaft im Vorjahr weniger als 20 Millionen Euro Inlandsumsatz hatte. Viele LMM-Deals sind daher anmeldefrei.

Wie lange dauert die Steuerplanung vor einem Verkauf?

In Deutschland gilt die Faustregel 7 Jahre wegen der Sperrfrist nach § 22 UmwStG für Holding-Strukturen. In der Schweiz sind 5 Jahre für die Vermeidung der indirekten Teilliquidation zu planen. In Österreich reichen 12 Monate für die Schachtelbeteiligungs-Struktur nach § 10 KStG. Wer erst 6 Monate vor Verkauf mit dem Berater spricht, verliert häufig ein bis zwei Millionen Euro Nach-Steuer-Erlös.

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